Gasunfall oder Selbstmord?
Ein 19-Jähriger wurde tot in seiner Wohnung gefunden. Die Ursache ist unklar. Das Haus wurde sicherheitshalber evakuiert.
Plötzlich haben Feuerwehrleute geschrien, dass wir das Haus verlassen sollen. Bei mehreren Nachbarn haben sie die Türen aufgebrochen", berichtete Hausbewohner
Christian V. Dienstagmittag mussten in seinem Haus in der Jägerstraße in der Brigittenau 73 Wohnungen evakuiert werden. Während die Feuerwehrmänner mit Atemschutz anrückten, traf auch der Katastrophenzug der Rettung ein - Blaulicht überall. Vor der Tür schreiende Menschen, die Klagerufe einer Frau sorgten für Gänsehaut bei den Augenzeugen. Es handelte sich um die Schwester des 19-jährigen Darko J. - der Serbe war im Haus ums Leben gekommen. Die Frau musste von der Familie und Sanitätern gestützt werden. Getuschelt wurde da bereits über ein bis zwei Tote in der Wohnanlage.
"Darkos Eltern sind in Serbien, die wissen noch gar nichts davon. Er ist am Tisch gesessen und hat sich etwas zum Essen gemacht, dabei offenbar das Gas vergessen", meinte ein Freund der Familie. Ein anderer Hausbewohner berichtete, dass Darko J. gegen Mitternacht - vermutlich alkoholisiert - bei ihm geläutet hatte, um ins Haus gelassen zu werden.
Alarm
Bei der Polizei ging man zunächst eher von einem Selbstmord als von einem Unfall aus. Fest steht, dass mehrere Hausbewohner am Vormittag die Hausverwaltung wegen Gasgeruches alarmiert hatten. Installateure hatten dann gegen 11 Uhr eine hohe Gaskonzentration bei der Wohnung gemessen und die
Feuerwehr alarmiert. In der Wohnung des Toten waren sowohl der Gasherd als auch ein Durchlauferhitzer eingeschaltet - offenbar mehrere Stunden lang, dadurch war auch Kohlenmonoxid entstanden.
J. könnte sich also tatsächlich etwas zu essen gemacht und dann vergessen haben, den Herd abzustellen. Laut Polizei dürfte er jedoch absichtlich den Gasherd eingeschaltet haben, um Selbstmord zu begehen. Untersuchungen sind noch im Gange. Ein Abschiedsbrief wurde nicht gefunden.