Erregung über Straßenstrich in der City
Die Grünen schlagen Straßenprostitution im Stadtzentrum vor. "Sicher nicht", entgegnet Bürgermeister Michael Häupl.
Von der Felberstraße in die City: Die Grüne Sozialsprecherin
Birgit Hebein kann sich vorstellen, Straßenprostitution auch im 1. Bezirk zu erlauben - und erntet damit einen Sturm der Entrüstung. Seit 1. November ist das neue Prostitutionsgesetz in Kraft, mit dem der Straßenstrich aus Wohngebieten verdrängt werden soll.
Nun dringt jeden Tag ein anderer Vorschlag an die Öffentlichkeit, wo Prostituierte künftig stehen sollen. Denn in Erlaubniszonen ist Straßenstrich weiterhin möglich. Schon länger geplant sind sie am Neubau- und Sechshauser Gürtel sowie im 9. Bezirk. Doch in Sachen Innenstadt pfeift Bürgermeister Michael Häupl den grünen Koalitionspartner prompt zurück: Ein Straßenstrich in der City sei "keine gute Idee. Es gab eine Einigung, an der wird festgehalten."
Für City-Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (ÖVP) ist Hebeins Vorstoß eine billige Provokation: "Der bekannte Bezirksvorsteher Heinrich Anton Heinz hat damals (in den 70er-Jahren, Anm.) den Straßenstrich wegbekommen - und ich denke nicht daran, hier nur einen Millimeter zu ändern." Die Prostitution sei eine sensible Materie, bei der man kein politisches Kleingeld wechseln sollte.
Einsicht
Im KURIER-Gespräch will sich Hebein nicht festlegen, wo genau in der City ein
Straßenstrich entstehen könnte. Es handle sich vielmehr um einen von mehreren Vorschlägen. Hebein räumt ein, dass es besser gewesen wäre, wenn die Erlaubniszonen für Straßenprostitution vorab festgestanden wären. Nicht bewährt haben sich bisher die beiden empfohlenen Zonen außerhalb des Wohngebiets: Im Prater kommt es zu Konflikten zwischen angestammten und dazugekommenen Prostituierten. "Dort ist zu wenig Platz", sagt Hebein.
Im Auhof (Penzing) machen Anrainer gegen den Straßenstrich mobil (der KURIER berichtete). Er könnte aber ohnehin bald Geschichte sein. "Das Gebiet ist ungeeignet, weil es zu gefährlich ist. Dort sind nur Wald und die Autobahn. Wir werden den Auhof in der Steuerungsgruppe diskutieren und die Konsequenzen ziehen", sagt Hebein. "Persönlich halte ich nach wie vor den Gürtel als geeignete Zone für Straßenprostitution."
Dem widerspricht der grüne Bezirksvorsteher in Neubau Thomas Blimlinger vehement. Der Gürtel sei ebenso ein Wohngebiet und wegen der Gürtellokale ohnehin mit Prostitution belastet. Blimlinger: "Man kann nicht glauben, dass es in anderen Wohngebieten keinen Widerstand gibt."
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