Soldatenmord in London: Zwei Schuldsprüche
Die beiden Männer hatten Lee Rigby im Mai mit dem Auto angefahren und mit Messern regelrecht zu Tode gehackt.
Bestialisch wurde er hingerichtet, auf offener Straße: Lee Rigby. Der 25 Jahre alte Soldat wurde am 22. Mai 2013 in London mit dem Auto angefahren und danach mit einem Fleischerbeil und Messern regelrecht zu Tode gehackt. Laut Anklage versuchten die zwei Täter, ihr bereits am Boden liegendes Opfer zu enthaupten.
Am Donnerstag sind die beiden Angeklagten im Prozess um den grausamen Soldatenmord des Mordes für schuldig befunden worden. Der Richter wird erst im Jänner über das Strafmaß entscheiden. Die beiden Männer, Michael Adebolajo, 29, und Michael Adebowale, 22, hatten die Mordanklage zurückgewiesen.
Cameron: "Vergiftete Rhetorik" überwinden
Premierminister David Cameron rief dazu auf, die Anstrengungen zur Überwindung der "vergifteten Rhetorik" von Extremismus und Gewalt zu verdoppeln. Das ganze Land sei in der Verurteilung der Tat zusammengestanden, sagte Cameron am Rande des EU-Gipfels in Brüssel.
Serie von Brandanschlägen nach Mord
Rigby, Vater eines zweijährigen Sohns, trug am Tag seiner Ermordung keine Uniform. Die Täter griffen ihn an, weil er ein T-Shirt einer Wohltätigkeitsorganisation für Soldaten trug. Nach der Bluttat hatte es in London und anderen Teilen Großbritanniens eine Serie von Brandanschlägen auf islamische Einrichtungen gegeben. Im Anklagepunkt des versuchten Mordes an einem Polizeibeamten wurden die beiden Männer für nicht schuldig erklärt. Ihre Verteidiger hatten geltend gemacht, sie hätten sich der Polizei am Anschlagsort genähert, um als "Märtyrer" erschossen zu werden.
Der Vorsitzende Richter Nigel Sweeney hatte die Geschworenen angewiesen, dass die von den Angeklagten vorgebrachten Motive für ihre Entscheidung keine Relevanz haben dürfe. Mordabsicht bleibe Mordabsicht, sagte der Richter - ob sie nun in Trunkenheit oder aus Gründen der Religion gefasst werde.
"Es ist Gerechtigkeit getan worden"