Kripo ermittelt nach Hochwasser
Kärntner stürzte in Hochwasser führende Glan / Entwarnung für Grenzort Lavamünd.
Nach dem Starkregen am Wochenende ist nun das erste Todesopfer in Kärnten zu beklagen: Ein 49-jähriger Angestellter aus St. Veit/Glan rutschte in der Nacht auf Sonntag von der steilen Böschung in die Hochwasser führende Glan und ertrank. Seine Leiche wurde erst bei einer Suchaktion am Sonntag im Fluss entdeckt.
Gemeingefährdung
Bei der Hochwassersituation in Lavamünd, Bezirk Wolfsberg in Kärnten, ist Entspannung eingetreten. Die Aufräumarbeiten und Hilfsaktionen laufen auf Hochtouren.
Die Flut vom vergangenen Montag wird nun aber von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt untersucht. Wie berichtet, waren vor einer Woche bis zu 2400 Millionen Liter pro Sekunde die Drau hinunter geschossen. Der Grenzort wurde bis zu zwei Meter hoch überschwemmt. 35 Menschen wurden obdachlos. Es entstanden Millionenschäden.
Bald wurden Vorwürfe laut, dass der Verbund die Schleusen zum Abfließen des Wassers zu spät geöffnet hätte. Der Verbund wiederum kritisierte die „falschen Prognosen des Landes“.
Laut Helmut Jamnig von der Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt das Landeskriminalamt wegen fahrlässiger Gemeingefährdung. Im Fokus steht die Frage: „Wäre die Katastrophe vermeidbar gewesen?“
Johannes Moser vom Kärntner hydrographischen Dienst gab am Montag Entwarnung: „An allen Flüssen gehen die Abflussmengen zurück. In Lavamünd könnten höchstens ein paar Keller überflutet werden.“
Hangexplosion
Abseits der rechtlichen Klärung mahnt der Kärntner Meteorologe Christian Stefan zur Vorsicht: „Zu dem aufgeweichten Erdreich kommen sehr hohe Grundwasserstände und eine durch die hohen Temperaturen
ausgelöste Schneeschmelze. Und es regnet bis ins Hochgebirge. Muren sind daher immer möglich.“ Die wissenschaftliche Bezeichnung dafür lautet „Hangexplosion“. Denn die Loslösung des Erdreiches und Gesteins passiert im Moment, und ist daher sehr schwer zu prognostizieren und somit extrem gefährlich.
Vermutlich bis Dienstag will die siebenköpfige Familie aus Gries am Brenner (Tirol) bei Verwandten bleiben, bevor sie in ihr Haus zurückkehrt. Wie berichtet, wurde das Gebäude evakuiert, weil ein Hang abzurutschen drohte. Noch am Montag wurde ein etwa ein Meter hoher Schutzdamm aufgeschüttet.
Nach nur drei Stunden Schlaf begutachteten drei Landesgeologen in Osttirol ab 6 Uhr morgens wieder die zum Teil sehr kritischen Hangsituationen. Defreggental- und Pustertaler Höhenstraße waren gesperrt, die Lage schien sich aber auch in Osttirol zu entspannen.