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© Bild: Markus Strohmayer
Chronik/Österreich
27.10.2019

Kottingbrunn: Mord wegen geplanter Trennung und rasender Eifersucht

Eine Frau und ihre zwei Jahre alte Tochter wurden getötet, elf Monate alter Bub vermutlich hirntot.

Die beschauliche Gemeinde Kottingbrunn im Bezirk Baden, NÖ, ist Sonntagfrüh von einer Bluttat erschüttert worden. Ein türkischstämmiger Vater (31) soll mutmaßlich mit einem Küchenmesser seine ganze Familie ausgelöscht haben. Gegen 9 Uhr meldete er sich selber beim Polizeinotruf: „Ich habe meine Familie getötet“, soll der Tatverdächtige gesagt haben. Samet A. ließ sich danach widerstandslos festnehmen. Er wurde Sonntagnachmittag stundenlang einvernommen und legte ein Geständnis ab. Rasende Eifersucht und Kontrollwahn dürften die Gründe sein, die ihn derart rot sehen ließ.

Im Haus wurden zunächst drei schwer verletzte Personen gefunden: Die 29-jährige Frau des Beschuldigten, seine zweijährige Tochter und der elf Monate alte Sohn. Kurze Zeit später erlagen die Mutter und das Mädchen ihren Stichverletzungen. Das elf Monate alte Baby wurde „mit schwerer Atemnot in lebensbedrohlichem Zustand“ ins SMZ Ost-Donauspital nach Wien geflogen. Auch am Sonntagabend war der Zustand des Säuglings noch kritisch. Der Bub dürfte nach ersten Informationen so lange ohne Sauerstoff gewesen sein, dass er sogar schon als hirntot gilt. Ein Küchenmesser ist als Tatwaffe sichergestellt worden.

Laut Ermittler „gab es schon des Längeren Streit in der Beziehung. Anscheinend spielte die Ehefrau mit dem Gedanken, sich von ihm zu trennen.“ Dies wollte der 31-Jährige auf keinen Fall zulassen. Sonntagfrüh sei die Situation im Haus eskaliert. Wie A. gestand, stach er während eines heftigen Streits seine Frau Tugba mit zahlreichen Messerstichen nieder. Nachdem ihm klar geworden sein dürfte, dass er für die Tat lebenslang ins Gefängnis gehen müsse, habe er nicht ertragen können, dass seine Kinder im Heim aufwachsen müssten. Daher habe er auch die zweijährige Tochter auf dieselbe grausame Weise getötet. Den Säugling soll er versucht haben zu ersticken. In der Annahme, dass auch er bereits tot ist, wählte er den Notruf.

Nachbar Franz M. ist schockiert.

© Bild: Markus Strohmayer

Schock im Ort

Die Familie lebt laut den Nachbarn Karin (61) und Franz M. (65) seit vier Jahren in ihrem schmucken Einfamilienhaus. Das junge Paar mit türkischen Wurzeln sei „bestens integriert, freundlich und gebildet“. Vor zwei Jahren ist das erste Kind auf die Welt gekommen, laut den Nachbarn ein Schreibaby. Ab diesem Zeitpunkt habe sich die Familie abgeschottet. Die Großeltern hätten die junge Familie sehr unterstützt, sollen dabei aber auch sehr bestimmend gewesen sein.

Auch die Pensionistin A. wohnt Zaun an Zaun mit der Familie: „Sie waren nett und unauffällig und haben immer nur Türkisch gesprochen. Schlimm, dass so etwas in so einer Gegend passiert. Das macht einen traurig.“ Bürgermeister Christian Macho ist genauso fassungslos: „Ich bin schockiert, es ist ein Wahnsinn, dass so etwas passiert. Eigentlich sollte man so einen Tag gemeinsam für Familienausflüge nützen.“

Das Gebiet rund um das Reihenhaus, in dem sich die Bluttat abgespielt haben soll, wurde von der Polizei bereits am Vormittag großräumig abgesperrt. Deshalb war lange nicht klar, um welches Haus es sich in der Gasse tatsächlich handelte. Tragische Szenen spielten sich ab, als Angehörige der Opfer am frühen Nachmittag vor Ort eintrafen. Ein Freund der Familie, der in der Nähe des Tatorts wohnt, gab an, im Radio von der Tragödie gehört und wegen des großen Polizeiaufgebots die Eltern der 29-jährigen Mutter informiert zu haben.

Samet A. wurde Sonntagabend in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft wird Untersuchungshaft beantragen. Eine Obduktion der Leichen durch den Gerichtsmediziner ist angeordnet.