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Planquadrat © Bild: jeff mangione, Jeff Mangione
Rekord
02.12.2012

Großangriff auf die Alko-Sünder

Im Dezember dürften erstmals mehr als 200.000 Alkotests in einem Monat durchgeführt werden.

Einen Prominentenbonus gibt es bei der Polizei nicht. Auch wenn der Herr auf dem Beifahrersitz auf Du und Du mit internationalen Stars und Politikern wie Katy Perry oder Bill Clinton ist. „Verkehrskontrolle, haben Sie alkoholische Getränke konsumiert“, fragt der Einsatzleiter der Wiener Verkehrspolizei, Oberstleutnant Wolfgang Landau, den jungen Lenker aus Salzburg. „Ja, ich war gerade am Christkindlmarkt und habe fünf Punsch getrunken“, gibt der Lenker unumwunden zu. Trotz lautem Protestbellen des Promi-Hundes muss der Lenker in das kleine, handliche Vortestgerät blasen. Es zeigt überraschend glatte 0,0 Promille an. „Ich würde umdrehen und mich bei dem Punschstand beschweren“, scherzt ein Beamter.

„Positiver Trend“

Am Wochenende gab es derartige Kontrollen in ganz Österreich. Beim Planquadrat im Burgenland wurden bei rund 1200 kontrollierten Lenkern elf Alko-Sünder erwischt. „Nicht sehr viele, unsere Ankündigungen zeigen offenbar Wirkung“, freut sich Oberstleutnant Andreas Stipsits, stellvertretender Leiter der Landesverkehrsabteilung über den „positiven Trend“. Der höchste Wert mit 1,54 Promille wurde bei einem 35-jährigen Autofahrer in Pinkafeld gemessen. Dieser hatte zuvor einen Unfall mit Sachschaden gebaut. Acht der angehaltenen Alko-Lenker hatten mehr als 0,8 Promille und sind ihren Führerschein eine Zeit lang los.

Bei den Schwerpunktkontrollen gehen der Polizei auch andere Verkehrssünder ins Netz. So war am Samstag ein 25-jähriger Lenker aus dem Bezirk Oberpullendorf unterwegs, der zum einen keinen gültigen Führerschein besaß und zum anderen sein Auto – nicht genehmigt – dermaßen „tiefer“ gelegt hatte, dass gerade sieben Zentimeter Bodenfreiheit blieben.

In Wien bat die Verkehrspolizei in der Nacht auf Sonntag 288 Autofahrer zum Alkoholtest. „Der höchste Wert lag bei 0,16 Promille, keiner war wirklich alkoholisiert. Das habe ich so noch nie erlebt“, ist Landau überrascht.

Doch dieses Planquadrat ist ohnehin erst der Auftakt zu einem Großangriff auf die Alko-Sünder. Das Innenministerium hat per Erlass alle Dienststellen zu verstärkten Kontrollen in ganz Österreich aufgefordert. Erstmals dürften in einem Monat mehr als 200.000 Alkotests durchgeführt werden (der bisherige Rekord liegt bei knapp 160.000 im vorigen Dezember). Rund 4000 Autofahrer werden bis Weihnachten ihren Führerschein abgeben, schätzen Insider.

Allein in Wien sind bis Weihnachten 54 mehrstündige Planquadrate angesetzt. Wer verdächtig ist, wird herausgewunken und kontrolliert. „Manchmal gibt es echte Selbststeller“, schmunzelt Landau. „Vor einigen Monaten hat einer rausgeschrien aus dem Fenster: ,Kontrolliert’s mich doch, weil unter zwei Promille fahre ich ohnehin niemals‘“, erzählt der Oberstleutnant. „Wir haben ihm den Gefallen natürlich gerne getan. Er hatte 1,4 Promille beim Test. Dabei hat er nicht alkoholisiert gewirkt, vielleicht hätten wir ihn gar nicht gestoppt.“