Chronik/Österreich

Burschenschafter gehen auch auf die Straße

Der Verband der Deutschen Burschenschaft will seinen Rauswurf aus der Innsbrucker Messehalle nicht stillschweigend hinnehmen. Die schlagenden Verbindungsbrüder haben nun ihrerseits für heute, Samstag, einen Protestmarsch angekündigt. „Wir mussten daher die Zahl der Einsatzkräfte erhöhen“, sagt Tirols stellvertretender Landespolizeikommandant Edelbert Kohler. Insgesamt werden über 300 Polizisten bereit stehen. Aus Wien, Vorarlberg und Kärnten wird Verstärkung kommen.

Verschiedene Routen

Welchen Weg die Burschenschafter wählen wollen, war zunächst nicht bekannt. „Wir werden aber darauf achten, dass sich die Kundgebungen möglichst nicht kreuzen“, erklärt Kohler die Brisanz, die heute in Innsbruck in der Luft liegt. Immerhin werden rund 2000 Teilnehmer zu einer Demonstration gegen das Verbandstreffen von rund 150 Verbindungsbrüdern erwartet. Das Aktionsbündnis „Innsbruck gegen Faschismus“ wird um 14 Uhr vom Landhausplatz startend quer durch die Innenstadt ziehen.

Dass die Deutsche Burschenschaft mit ihrem Marsch Öl ins Feuer gießt, davon wollte ihr Sprecher Walter Tributsch nichts wissen. „Dass machen die, die versuchen Radau zu machen oder die Verträge kündigen.“ Auf Betreiben der Stadtregierung hat die im Besitzt der öffentlichen Hand stehende Messe den Mietvertrag mit den Burschenschaftern gelöst.„Endlich haben wir es geschafft, einen breiten Konsens gegen das zur Verfügung stellen öffentlicher Infrastruktur für solche rechtsextremen und rassistischen Vereine und Organisationen herzustellen“, freut sich SPÖ-Gemeinderätin Angela Eberl.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Deutsche Burschenschaft, in der schlagende Verbindungen aus Österreich und Deutschland organisiert sind, in Innsbruck für Aufregung sorgen. Bereits in den Jahren 1994, 2000 und 2009 waren deutsch-nationale Korporationen in der Landeshauptstadt aufmarschiert, um hier einen Kommers abzuhalten. Der fand zuletzt ebenfalls in der Messe statt, damals mit 1500 Teilnehmern. Dieses Mal mussten sich die Burschenschafter nach massiven Protesten ein Ausweichquartier für ein Symposium zum Thema EU und Jugendarbeitslosigkeit suchen.