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Chronik/Oberösterreich
05.12.2011

Koits-Rücktritt naht: Wimmer ist der Favorit

Der 70-jährige Stadtchef sucht den idealen Zeitpunkt für den Abgang. In der SP gibt es drei Nachfolge-Kandidaten.

Wann tritt Peter Koits zurück? Seit der Kommunalwahl 2009 ist das eine der meistdiskutierten Fragen an den Stammtischen in Wels.
Die Stimmung in der Stadt ist schlecht, obwohl etwa die Finanzsituation mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1273 Euro deutlich besser ist als in Steyr (2291 Euro) oder Linz (5400 Euro). Doch selbst politisch gebildete Bürger verbinden mit Koits vielfach nur noch "Stillstand", "Wankelmut" und "Zögerlichkeit".

"Völlig zu Unrecht", heißt es dazu aus der SPÖ. Trotz seiner 70 Jahre sei der Bürgermeister der Fleißigste von allen und überall präsent. Doch man bekennt auch ein: "Der Bevölkerung ist das leider egal." Seit einer Schmutzkübelkampagne gegen Koits im Herbst 2009 sind dessen Imagewerte stark ramponiert und erholen sich kaum. Damit wird er zunehmend auch zur Belastung für seine Partei.
Bleibt er die gesamte Legislaturperiode bis 2015 im Amt, hätte ein SP-Kandidat bei der Wahl vermutlich keine Chance auf eine Mehrheit - der Wählerfrust wäre zu groß.

Als einzig denkbarer Ausweg scheint nur ein Rücktritt samt Volkswahl in den kommenden eineinhalb Jahren vorstellbar. Denn würde Koits damit bis Oktober 2013 warten, dürfte der Gemeinderat den Nachfolger wählen. Aufgrund der bürgerlichen FP/VP-Mandatsmehrheit (19 von 36) würde dieser vermutlich nicht von der SP gestellt.

Strategie

Die Brisanz der Lage ist auch Koits bewusst - parteiintern werden längst Gespräche geführt. "Wir überlegen, welcher Zeitpunkt klug und gescheit wäre", sagt der Stadtchef. Ein konkretes Datum für einen Rückzug will er nicht nennen. "Es geht erst darum, sich auf ein Konzept zu einigen, bei dem die SPÖ die größte Chance hat, den Bürgermeister zu stellen."

Die Auswahl des Spitzenkandidaten wird nicht einfach. Drei mögliche Kronprinz(essinn)en haben sich bereits in Stellung gebracht. Die größten Chancen werden Koits Stellvertreter Hermann Wimmer eingeräumt. Der 57-jährige Fraktionschef gilt als gewiefter Machtpolitiker und Taktiker, der den rechten Parteiflügel repräsentiert und auf eine starke Hausmacht zählen kann.

Sein schärfster Konkurrent dürfte der Gemeinderat und Welser BFI-Chef Johann Reindl-Schwaighofer werden. Er vertritt klassisch linke Positionen, scheut weder klare Worte noch Konflikte und hat sich parteiintern damit nicht nur Freunde gemacht. Lediglich Außenseiterchancen werden Sozialstadträtin Silvia Huber eingeräumt. Die leutselige Ex-Journalistin hat den Ruf, ideologisch eher flexibel zu sein. Ihr Nachteil: Sie ist keine "in der Wolle gefärbte Sozialistin".
Die Parteijugend drängt auf eine baldige Entscheidung: "Die Auseinandersetzung muss offen und kritisch geführt und im Frühjahr entschieden werden."