Hetzer verstummt, Helfer umso lauter
Im Hotel Rittertal leben nun 33 Asylwerber. Unterstützt werden sie von einer engagierten Gruppe.
In Altmünster scheint das Naturgesetz „Druck erzeugt Gegendruck“ zu greifen. Während sich noch vor einigen Wochen manche lautstark gegen die Einrichtung eines Asylwerberheims in der Traunseegemeinde sträubten, bildete sich in der anderen Ecke des Rings eine Initiative, die bewusst für Toleranz eintritt.
Damit meint er den medialen Aufruhr, als hasserfüllte Postings durch die Internetforen geisterten, aber auch die Proteste der Anrainer, die der Meinung waren: Ein Asylheim passt nicht in den Urlaubsort am Traunsee. Jene, die kein Problem damit hatten, blieben vorerst im Hintergrund, sagt Benezeder. „Das schadet dem Image eines Ortes. Viele Altmünsterer fühlten sich in ein falsches Licht gerückt.“
Das alles war, bevor die derzeit 33 Asylwerber aus Afghanistan, Syrien und dem Iran das ehemalige Hotel Rittertal bezogen. Jetzt seien die Kritiker still, und die Helfer umso lauter, bestätigt Ekber Gercek, Leiter der Asylwerberbetreuung der Volkshilfe.
Überwältigende Hilfe
Die Befürworter, ist man sich sicher, seien jetzt in der Mehrheit – oder einfach nur sichtbarer. Dass die Welle der Hilfsbereitschaft mit der Zeit abflachen wird, beurteilen die Flüchtlingsbetreuer sogar positiv. „Auf Dauer tut ihnen so viel Aufmerksamkeit nicht gut. Sie sollen integriert und ein Teil des Ganzen werden“, erklärt Gercek. Langsam kann für die Bewohner der Alltag beginnen – dazu gehört, die deutsche Sprache zu lernen. „Danke“ können sie schon sagen.