Erstkommunion: Kinder bleiben doch in Kopfing
Die Erstkommunion in Kopfing soll doch nicht boykottiert werden. Eltern überlegten, in eine andere Pfarre auszuweichen.
Die Kirche in Kopfing bleibt am Tag der Erstkommunion im Frühjahr 2012 entgegen anders lautender Meldungen doch nicht leer. Der Konflikt um den erzkonservativen Pfarrer Andrzej Skoblicki drohte einen neuen Höhepunkt zu erreichen.
Von einem völligen Boykott der Feier im Ort war die Rede, weil besorgte Eltern überlegt hatten, ihre Kinder in einer anderen Pfarre zur Erstkommunion zu schicken. Einige sollen Vorbehalte gegenüber der Kommunionsvorbereitung geäußert haben.
"Die Eltern wollen versuchen, eine möglichst schöne Feier im Ort abzuhalten", sagt Maria Hamedinger, die Direktorin der Volksschule Kopfing. Bei einem Elternabend am Mittwoch sei die Angelegenheit besprochen worden.
Probleme
"Es gab zwar Tendenzen, in eine andere Pfarre auszuweichen. Da wir ohnehin sehr wenige Kinder in diesem Schuljahr haben, haben die Eltern aber gesagt, dass sie trotz bestehender Probleme gemeinsam feiern wollen." Das sei eine schöne Formulierung und die Volksschule werde sie dabei unterstützen.
Die Leiterin hat in der Vergangenheit einige Konflikte mit dem umstrittenen Geistlichen ausgefochten. Er soll im Jahr 2005 ihr gegenüber die Schule als "Teufelswerk" bezeichnet haben. Für Aufsehen sorgt nun auch ein Vorstoß des Linzer Bischofs Ludwig Schwarz, der in einem Gespräch mit der Kirchenzeitung über eine Unterstützung der Pfarre von außen nachgedacht hatte.
Positiver Schritt
Der für Kopfing zuständige Dechant Erwin Kalteis aus Andorf hatte diese Forderung am vergangenen Freitag bei einer Pressekonferenz erhoben.
"Wenn ein zweiter Priester dazugestellt werden sollte, dann sehe ich das als einen ersten positiven Schritt", so der Pfarrer. Er glaube aber nicht, dass diese Maßnahme alleine ausreichen werde. "Die Stimmung in Kopfing ist sehr bedrückt. Mir hat jemand erzählt, dass es derzeit kaum auszuhalten ist."
Der KURIER bat Skoblicki um eine Stellungnahme. Er wollte sich nicht äußern.