Im Stiegenhaus blättert die Farbe von den Wänden, im Keller ist Gerümpel abgelagert, hinter Rohrleitungen prangen braune Wasserflecken unübersehbar an der Wand. Nach der Beschwerde eines Mieters wegen Schimmelbefalls besuchte eine Abordnung der Tullner
SPÖ das betroffene Wohnhaus im Ortsteil Staasdorf und stellte Erschreckendes fest.
„Wassereintritt beim Vordach verursacht weitreichende Schäden in diesem Bereich, die Fenster sind völlig desolat und verursachen enorme Heizkosten. Schimmel und Feuchtigkeit ist an mehreren Stellen des Gebäudes feststellbar“, sagt SPÖ-Wohnungssprecherin
Sabrina Felber. Beim Lokalaugenschein bestätigt ein Mieter diesen Eindruck: „Manche haben so undichte Fenster, dass da im Winter keiner sitzen kann. Wir sind hier wie die Aussätzigen.“
Vizebürgermeister und SPÖ-Chef
Günter Kraft or-tet Versäumnisse im ÖVP-geführten Wohnbau-Ressort: „Allein die Energieverschwendung aufgrund der undichten Fenster ist ein Wahnsinn. Die Wohnqualität ist mittlerweile völlig unzumutbar.“ Auch für die Tatsache, dass trotz 150 für eine Gemeindewohnung vorgemerkter Bürger drei der zehn Wohnungen des Hauses seit mehr als einem Jahr leer stehen, hat
Kraft kein Verständnis: „Diese Wohnungen werden weder beheizt, noch gelüftet. Der Stadt entgehen einerseits Mieteinnahmen, andererseits verschlechtert sich die Substanz des gesamten Hauses dramatisch.“
Wohnbau-Stadträtin
Elfriede Pfeiffer (
ÖVP) lässt
Krafts Kritik nur teilweise gelten: „In den vermieteten Wohnungen gibt es keinen Schimmel. Aber es stimmt, dass eine der leer stehenden Wohnungen arg verschimmelt ist. Der letzte Mieter hatte die Fenster zugenagelt, daher wurde es schimmelig. Leider ist mein Budget für Sanierungen heuer schon aufgebraucht“, sagt
Pfeiffer und kritisiert Mieter „die nicht einmal Farbe und Pinsel in die Hand nehmen können“.
Die notwendige Sanierung aller drei leer stehenden Wohnungen würde übrigens gerade einmal 10.000 Euro kosten, schätzt die Stadträtin.