Nachbetreuung für Abnorme empört Bevölkerung
Unternalb: Bewohner sind empört. Sie sammeln Unterschriften und wollen protestieren.
In der Umgebung von Retz ist es am Montag das Gesprächsthema Nummer eins: In der kleinen Ortschaft Unternalb sollen entlassene, geistig abnorme Rechtsbrecher betreut werden. Vor wenigen Monaten hatte ein derartiges Projekt bereits im nahen Maissau für einen Aufschrei in der Bevölkerung gesorgt. Die Gegner haben sich auch schon in der Gemeinde Retz formiert: „Seit einer Stunde liegen die Unterschriftenlisten. Und sie sind schon voll“, berichtet eine „besorgte Mutter und Großmutter“.
12 bis 14 Bewohner Entstehen soll das „Wohnhaus Retz“ im ehemaligen Dominikanerhof in der Nachbarortschaft Unternalb. 12 bis 14 Männer mit psychischen Störungen sollen hier vom Verein „pro mente Plus“ ab März auf ein „normales Leben“ vorbereitet werden.
Das reicht den Retzern nicht. „Geheimniskrämerei in solchen Dingen sorgt für böses Blut“, meint Peter Soucek. Die Gegner rüsten sich für die erste Protestaktion – sie wollen am kommenden Wochenende beim „Advent drunter und drüber“ mit Plakaten Alarm schlagen.