Laufenten bremsen Raser aus
Seit sechs Jahren sorgen in Großmeiseldorf 50 bis 70 Enten für einen ruhigen Verkehr.
Entenhausen – das hört Josef Wenzl, Ortsvorsteher von Großmeiseldorf gar nicht gern. Aber es drängt sich auf. Denn 50 bis 70 Enten bevölkern die kleine Ortschaft mit der langen Durchzugsstraße im Weinviertel. Und seit die Enten hier sind, gehen auch die Raser freiwillig vom Gas. „Früher war hier vom Tempo her 60 plus. Jetzt sind wir bei 50 minus", bestätigt Bürgermeister Johann Gartner.
Manchmal geht`s noch langsamer. Nämlich dann, wenn die Enten beschließen, die Straße zu blockieren. „Da hilft auch kein scheuchen", lacht Wenzl. Speziell die „dicke Emma" zeigt gar keinen Respekt vor Lkw und Reisebussen.
Wenzl hat die Enten vor sechs Jahren mit „Entenpapa" Hermann Fischer am Ortsbach angesiedelt. „Ursprünglich deshalb, weil der Bach immer wieder zugewachsen ist", erklärt Fischer. Das ist seither kein Problem mehr. Und auch die Nacktschnecken sind deutlich weniger geworden.
„Das geht nicht", haben vor sechs Jahren viele gesagt. Wie das geht, das hat ihnen Fischer gezeigt. Er stellte damals seine eigenen Laufenten zu Verfügung. Und die haben sich prächtig vermehrt. Die frisch geschlüpften Entenküken sammelt Fischer ein und zieht sie mit Frau Hermine in einem Bauernhaus groß. „Sonst würden sie Katzen oder Füchse erwischen." So bleibt der Mensch ihr einziger Feind. „Natürlich wird die eine oder andere Ente vom Auto erwischt. Aber das hält sich in Grenzen."