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© Bild: Katharina Salzer
Drehort
16.11.2012

Hohe Stardichte in Annaberg

Regisseur Götz Spielmann wählte die kleine Gemeinde als Filmkulisse aus.

Erfolgsregisseur Götz Spielmann wählte die kleine Gemeinde aus. Eine Region profitiert. „Wir sind so toll aufgenommen worden“, sagte Peter Simonischek. „Wir stehen kurz vor der Einbürgerung“, scherzte Regisseur Götz Spielmann gestern bei einer Pressekonferenz. Annaberg, die 570-Seelen-Gemeinde, ist seit fünf Wochen Arbeitsplatz berühmter Schauspieler. Die Bürger müssen nicht weit gehen, um sie zu sehen: Simonischek, Ursula Strauss, Nora von Waldstätten, Sebastian Koch und Johannes Zeiler drehen unter der Regie von Spielmann seinen neuen Film „Oktober November“. Heute verlässt die Filmcrew die Gemeinde.

Zwei Schwestern stehen im Mittelpunkt der Handlung. Sie stammen aus einem Gasthof in den Alpen, der nicht mehr rentabel ist. Während die jüngere Sonja (von Waldstätten) als erfolgreiche Schauspielerin in Berlin lebt, hat die ältere Verena (Strauss) den Ort nicht verlassen. Den Vater (Simonischek) ereilt ein Herzinfarkt. Er überlebt, doch Heilung ist nicht möglich. Sonja fährt nach Hause. Der Vater macht seinen Frieden, doch die zwei Schwestern müssen ihr Leben neu ordnen.

Lange hat Spielmann nach dem passenden Wirtshaus gesucht. Gefunden hat er es in Annaberg im „Gasthaus zur Post“. Der Wirt Peter Engleitner sperrte für die Gäste zu und öffnete es für die Filmcrew. „Der alte Gasthof ist ein weiterer Hauptdarsteller. Der Drehort muss etwas können“, sagt Spielmann. Er lobt auch die Einwohner. Sie waren Statisten, spielten Pilger. Bürgermeisterin Petra Zeh machte selbst mit.

Die Menschen in der Region seien stolz, berichtet Zeh. Kein Wunder. Annaberg reiht sich bei der Produktion unter die Großen: In Wien stehen noch fünf Drehtage bevor, in Berlin wurde acht Tage gearbeitet.

Wertschöpfung

„Die Dreharbeiten bringen Leben herein“, erklärt die Bürgermeisterin. Auch die Gasthäuser hätten profitiert: wie das der Familie Meyer. Die Crew wohnte hier. Die Neugierde auf den Film in Annaberg ist groß. Kinostart soll in einem Jahr sein.

Doch was bringen TV- und Kino-Produktionen nachhaltig? Sogar die kritische Satire-Serie „Braunschlag“, die im Waldviertel gedreht wurde, hat der Region Positives beschert. „Die TV-Zuseher können genau abschätzen, was echt ist und was überspitzt dargestellt wurde. Oft sind auch Aufnahmen der schönen Landschaft und ruhigen Gegend gezeigt worden. Das bleibt hängen. Zusätzlich bringen die monatelangen Dreharbeiten eine regionale Wertschöpfung“, sagt Andreas Schwarzinger, Geschäftsführer des Waldviertel-Tourismus.