29.08.2013
Fall Sofia: Video soll Vater aufrütteln
Bisher war kein Kontakt möglich. Das soll sich nun ändern.
Es ist ein berührendes Video, in dem Sofia ihren Vater bittet, doch Kontakt aufzunehmen. Zu sehen bekommt es jedoch nicht nur ihr leiblicher Papa, sondern auch die Öffentlichkeit. Ein Schritt, der auch auf Kritik stößt.
In dem seit Jahren schwelenden Obsorgestreit, bei dem kürzlich entschieden wurde,dass Sofia in Österreich bleiben darf, ist eine endgültige Lösung derzeit nicht greifbar. Obwohl er es angeboten hatte, hat Sofias Mama den Vater bisher nicht telefonisch erreichen können, um eine gütliche Einigung zu erzielen. Daher wählte sie nach Beratung mit dem Justizministerium diesen Weg. So hofft die Familie sowie deren Anwältin Astrid Wagner, den Vater doch noch zu einem Gespräch zu bewegen. „Das ist dringend notwendig, um eine Lösung zu finden“, erklärt Sofias Stiefpapa. „Wir hoffen, dass er, wenn er seine Tochter sieht, Verständnis aufbaut.“ Man versuche einfach, aus einer Notsituation heraus das Beste für die Kinder zu machen.
Zwar haben Kinder ein Recht auf ihre Privatsphäre, sagt Rotraut Erhard, Leiterin der Fachsektion Rechtspsychologie im Berufsverband Österreichischer Psychologen, die das Video ebenfalls gesehen hat. Hier sei die Frage jedoch, was schädlicher für das Kind sei: Wenn es nach Italien in eine fremde Umgebung gebracht werde oder über die Medien erreicht werde, dass es dableiben kann. Dies sei eine Extremsituation, in der es verständlich sei, dass die Mutter zu solchen Mitteln greife.