Chronik/Niederösterreich

Umgesägter Maibaum krachte auf Feuerwehrhaus

Schon in der ersten Mainacht kam es in Niederösterreich zu zwei dramatischen Zwischenfällen bei der rustikalen Brauchtumspflege des Maibaumstehlens.

In Niederrußbach im Bezirk Korneuburg ging die Attacke unbekannter Baumdiebe aber weit über das tolerierbare Maß hinaus. Nachdem der Zehn-Meter-Baum am Donnerstagabend feierlich neben dem Feuerwehrhaus aufgestellt worden war, mussten die Freiwilligen wenige Stunden später gleich zu einem Einsatz in eigener Sache ausrücken. Unbekannte hatten den Maibaum unprofessionell umgeschnitten.

Der Stamm kam quer über die Straße zu liegen und ein Zeitungszusteller war mit seinem Pkw dagegen gekracht. Der Lenker blieb unverletzt, der Pkw wurde schwer beschädigt. Durch die Wucht des Anpralls wurde die Ölwanne des Wagens aufgerissen. Die Feuerwehrleute bargen den Unfallwagen, banden das ausgeflossene Öl und beseitigten den kaputten Maibaum.

5000 Euro Schaden

Nur knapp hatte der gefällte Baum das Dach des Niederrußbacher Feuerwehrhauses verfehlt. Da hatte die Feuerwehr in Sarasdorf, Bezirk Bruck/Leitha, weniger Glück. Eine Stunde nachdem die letzten Gäste des Maifestes gegen 3.45 Uhr Freitagfrüh heimgegangenen waren, hörte ein Anrainer eine Motorsäge aufheulen. Dann krachte der Maibaum auf das Dach der Feuerwehrzentrale. Dachdeckung, Regenrinne und Fassade wurden beschädigt. Der Schaden soll rund 5000 Euro betragen.

Weder Feuerwehrleute noch Polizei zeigen Verständnis für die unverantwortlichen Aktionen. Wie beim Zwischenfall in Niederußbach wird auch in Sarasdorf von Beamten der zuständigen Polizeiinspektion Stixneusiedl Anzeige gegen Unbekannt erstattet. "Sobald Sachschaden angerichtet oder jemand verletzt wird, kann Brauchtumspflege nicht mehr als Ausrede herhalten", meinte ein Polizist.