freizeit.at kurier.at events.at motor.at futurezone.at film.at k.at kurier.tv profil.at lust-auf-oesterreich.at phase6 Lernhaus BAZAR IMMMO Partnersuche Spiele
© Bild: ERWIN PETSCHENIG
Chronik/Niederösterreich
16.07.2012

Bahn-Kooperation: Premiere im Pendlerverkehr

ÖBB und Westbahn teilen sich künftig die Aufgabe, einen nö. Regionalbahnhof mit schnellen Zügen zu versorgen.

Ausgerechnet ein verhältnismäßig kleiner Regionalbahnhof in Niederösterreich zwingt den Transport-Riesen ÖBB und Konkurrent Westbahn zu so etwas wie Kooperation. Um Pendler im nö. Zentralraum zufriedenzustellen, "teilen" sich ÖBB und Westbahn quasi die Aufgabe. Eine Premiere im Wettstreit um Fahrgäste.

Mit Dezember wird auf der neuen Hochleistungsstrecke zwischen St. Pölten und Wien der Betrieb aufgenommen. Die Fahrzeit zwischen beiden Städten soll sich damit auf unter 30 Minuten verkürzen. Ein regionaler Knotenpunkt auf dieser Strecke ist der neue Bahnhof Tullnerfeld. Grundsätzlich war dort der ausschließliche Halt von Regionalzügen vorgesehen. Auf Druck von Pendlerinitiativen und lokaler Politik machte sich das Land zuletzt aber für raschere Pendlerverbindungen auf der neuen Westbahnstrecke stark.

Entsprechende Gespräche mit den ÖBB brachten zunächst keine Ergebnisse. Die Bundesbahnen wollten Takt und Fahrzeit, vor allem ihrer schnellen Railjets, nicht beeinträchtigen. Als Folge der Ablehnung nahm Niederösterreich Gespräche mit dem Privatanbieter Westbahn auf. Ein Schachzug, der den ÖBB-Verhandlungen offenbar neuen Schub verlieh. Am Montag stand das fertige Konzept.

Neuer Halt

Dieses sieht nun vor, dass 17 Intercity-Züge der ÖBB in Fahrtrichtung Salzburg in Tullnerbach halten werden. Diese bringen Pendler in 15 Minuten in die nö. Landeshauptstadt. Den Rücktransport übernimmt die neue Westbahn, die in Fahrtrichtung Wien 15-mal pro Tag im neuen Bahnhof stehen bleiben wird.

"Wir hätten auch in beiden Richtungen stehen bleiben können", erklärt ÖBB-Boss Christian Kern. "Aber die Kollegen der Westbahn waren in den Verhandlungen mit dem Land schneller, daher sehe ich die Lösung als Akt der Fairness."

Auch Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll kann mit dem Erreichten gut leben: "Mit den 32 neuen Zugshalten fahren die Züge jetzt zwischen 5 Uhr und 21 Uhr im Stundentakt in beide Richtungen."

Unterschiedliche Tickets werden die Pendler in der Regel nicht brauchen. Die Zeitkarten des Verkehrsverbunds Ostregion (VOR) gelten bei beiden Unternehmen.

Verkehrsministerin Doris Bures war am Montag über die Einigung sichtlich erleichtert: "Wir verfolgen ja alle ein gemeinsames Ziel und das heißt: Noch mehr Bahn für Niederösterreich."

Weiterführende Links

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

  • Hintergrund