"Rote Karte" für vier Badegewässer
In zwei Badeseen im Burgenland, einem in Kärnten sowie einem Flussbad in NÖ wurden zu viele Fäkalbakterien gefunden.
Nicht schon wieder", sagt Bürgermeister Erich Goldenitsch, SPÖ, und seufzt, als er von der Hiobsbotschaft der EU-Kommission erfährt. Beim Test der Badewasser-Qualität hat der Zicksee in St. Andrä die Mindestkriterien das zweite Jahr in Folge nicht erfüllt.
Dieses Mal sind vier von insgesamt 267 österreichischen Gewässern durchgefallen. Dabei handelt es sich um den Zicksee bei St. Andrä, den Römersee bei Wiesen, das Langenloiser Flussbad am Kamp (NÖ) und um den Turnersee bei Sankt Primus (Kärnten).
Wobei der neue Bericht der EU-Kommission über die Qualität der Badegewässer immer rechtzeitig zum Auftakt der Badesaison herauskommt – aber mit Messwerten aus dem Vorjahr.
Die drei Seen und das Flussbad haben bei den Kontrollen 2011 nicht die vorgeschriebenen Mindestkriterien im Hinblick auf E.Coli-Bakterien erreicht. Baden ist trotzdem möglich, weder die Seen noch das Bad müssen gesperrt werden.
Die schlechte Bewertung ist aber Anlass für verstärkte Kontrollen, wie im Büro des zuständigen SPÖ-Gesundheitslandesrates Peter Rezar versichert wird. Werden andere Badeseen fünf bis sechs Mal jährlich kontrolliert, stehen dem Römersee (der sich in Privatbesitz befindet) und dem Zicksee häufigere Probenentnahmen bevor.
Kritik an eben diesen Entnahmen durch die Gesundheitsagentur Ages übt der St. Andräer Ortschef Goldenitsch: "Wenn die irgendwo testen, kann es schon sein, dass vorher ein paar Enten herumgeschwommen sind und Kot hinterlassen haben". Dass am Zicksee viele Vögel leben, sei schließlich bekannt. Goldenitsch spricht der Studie nicht allzu großen Wert zu, seiner Meinung nach können Gäste ohne Bedenken baden gehen.
EU-Vergleich
Trotz der vier "roten Karten" schneidet Österreich im Vergleich zu anderen EU-Staaten aber gut ab: 98,5 Prozent der heimischen Badegewässer erfüllen die vorgeschriebenen Standards. Die Zahl jener Gewässer, die die strikteren, freiwilligen Standards einhielten, stieg seit 2010 von 69 auf 83,5 Prozent.
Insgesamt wurden im Vorjahr in der EU sowie der Schweiz, Kroatien und Montenegro 22.374 Küsten- und Binnengewässer überprüft. 92,1 Prozent davon haben die Mindeststandards erreicht. Am schlechtesten schnitten die Niederlande, Bulgarien, Lettland, Luxemburg und Belgien ab.