Lukits kehrt Hochegger-Firma den Rücken
Der Ex-Bewag-Vorstand legt Vorstandsvorsitz bei Sicon AG nach sechs Monaten zurück.
Ex-Bewag-Vorstand Hans Lukits trennt sich von Peter Hochegger: "Ich habe per Ende September mein Vorstandsmandat bei der Sicon AG zurückgelegt", erklärte Lukits gegenüber dem KURIER. Lukits war seit April 2011 an der Spitze des mehrheitlich im Eigentum des umstrittenen Lobbyisten Peter Hochegger befindlichen Unternehmensberatungs- und Beteiligungsunternehmens gestanden. Durch sein Engagement bei Hochegger sei eine Optik entstanden, die mit der Realität nichts zu tun habe, so Lukits, der sich jetzt voll auf die juristische Auseinandersetzung mit seinem früheren Arbeitgeber Bewag konzentrieren will.
Der 60-jährige Manager und sein Ex-Kollege Josef Münzenrieder wurden Ende April des heurigen Jahres von der Bewag nachträglich fristlos gekündigt, weil bei Windkraftgeschäften im Ausland "deutliche Hinweise auf Pflichtverletzungen" aufgetreten seien. Ins Visier gerieten dabei auch Verträge mit Gesellschaften, an denen Peter Hochegger beteiligt war. Die Bewag hat in den vergangenen Monaten eine vertiefende Prüfung durchgeführt, deren Ergebnis in der Vorwoche präsentiert wurde. Der Verdacht auf Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit einem - noch immer nicht realisierten - Windkraft habe sich erhärtet, hieß es dabei. Der Schaden belaufe sich auf "deutlich über eine Million Euro", sagte Aufsichtsratschef Josef Kaltenbacher. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt in dieser Causa.
Konsulentenvertrag
Darüberhinaus war auch ein Konsulentenvertrag aufgetaucht, den Lukits schon zu seiner Bewag-Zeit mit einem anderen Unternehmen unterzeichnet hatte. "Der Vertrag wurde nie effektuiert", erklärte Lukits nun gegenüber dem KURIER. Er habe daraus keinen Cent erhalten und hätte sich im Fall des Falles um eine Genehmigung des Aufsichtsrats für die Nebentätigkeit gekümmert. Auf die Frage, warum er nicht zuerst den Aufsichtsrat kontaktiert habe, sagte Lukits: "Das war ein Blödsinn."