freizeit.at kurier.at events.at motor.at futurezone.at film.at k.at kurier.tv profil.at lust-auf-oesterreich.at phase6 Lernhaus BAZAR IMMMO Partnersuche Spiele
© Bild: APA
Chronik/Burgenland
05.12.2011

Eine Zukunft ohne Grenzsoldaten

Landeschef Niessl setzt auf "Paradigmenwechsel bei Sicherheit". EU-Projekt soll zur Kriminalprävention beitragen.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehörten die Soldaten in den Grenzregionen zum Alltagsbild im Burgenland. Mit Dezember wird der Assistenzeinsatz des Bundesheeres Geschichte sein. "Daher brauchen wir einen Paradigmenwechsel in der Sicherheit des Burgenlandes", sagt Landeshauptmann Hans Niessl. Nach dem Sicherheitsgipfel in Eisenstadt wurden am Donnerstag die Pläne präsentiert.

"Die Projekte stützen sich auf zwei Säulen: Einerseits wollen wir die Eigenverantwortung der Menschen stärken, andererseits soll die Zusammenarbeit und Vernetzung der Sicherheitsdienstleister verstärkt werden", sagt Niessl.

Konkret will man auf ein neues EU-Projekt setzen, das bereits von der Landesregierung beschlossen wurde. "Sicherheit im Burgenland" heißt das Projekt, das auf dem bestehenden Verein "Nachbarschaftshilfe Sicherheit" aufbaut. "Wir werden mit allen Sicherheits-Akteuren kooperieren. Das sind neben der Landessicherheitszentrale die Polizei, aber auch die Gemeinden", erläutert der Obmann des Vereins, Jürgen Karall. Experten sollen Vorträge zur Prävention halten.

Schlepper

Das Burgenland sei, so Sicherheitsdirektor Erhard Aminger, "das sicherste Bundesland, was die Pro-Kopf-Quote bei strafbaren Handlungen betrifft". Zwei Drittel aller Straftaten machen Eigentumsdelikte aus. Am stärksten betroffen sei der Bezirk Neusiedl am See. Das hänge in erster Linie mit dem hochrangigen Straßenverbindungen dort zusammen.

Seit Juli habe man da einen Anstieg bei der illegalen Migration zu verzeichnen. Der Schwerpunkt der Schleppungen liege an der serbisch-ungarischen Grenze. Die Geschleppten kommen u.a. in Bussen nach Österreich. "Unsere Aufgabe im Burgenland ist es festzustellen, aus welchem Land diese Personen eingereist sind." Wisse man das Land, könne man die Asylwerber nach dem Dublin-Abkommen an den betroffenen Staat "übergeben". Dass die Zahl der Geschleppten "explodieren" könnte, glaubt Aminger nicht. "Ich schätze, dass die Schleppungen noch eine Zeit lang auf dem Niveau bleiben und es im Winter zu einem Rückgang kommt."

Laut VP-Sicherheitssprecher Rudolf Strommer gehört das Burgenland "trotz Grenzlage zu den sichersten Regionen Europas". Die Kriminalitäts-Bekämpfung müsse grenzüberschreitend erfolgen. Mit den Polizeikooperationszentren Kittsse (Slowakei), Nickelsdorf (Ungarn) und Heiligenkreuz (Slowenien) werde das auch erfüllt, so Strommer.