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Buzz
05.12.2011

Bambi: Star-Power und ein Eklat

Bei der Bambi-Verleihung überstrahlte der Aufruhr darum, dass Rapper Bushido geehrt wurde, sogar Stargäste wie Lady Gaga und Justin Bieber.

Die Proteste gegen die Verleihung des Medienpreises Bambi an den Rüpel-Rapper Bushido ebbt nicht ab. "Wer Frauen- und Schwulenverachtung propagiert, hat keinen Preis für gelungene Integration verdient", sagte der Parlamentsgeschäftsführer der Grünen im Deutschen Bundestag, Volker Beck, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag). Ihm sei kein Dokument bekannt, in dem sich der Rapper von seinen "menschenverachtenden Texten" distanziert habe. Vor der Gala hatte sich schon die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth kritisch zum Bushido-Bambi geäußert.

Der in Berlin lebende Rapper mit tunesischem Vater und deutscher Mutter wies die Kritik an ihm nach der Preisverleihung in Wiesbaden zurück. "Die negative Hysterie hat mich überrascht", sagte der Musiker. "Ich dachte, die Zeit ist vorbei." Er rief seine Kritiker dazu auf, sachlich mit ihm umzugehen. "Lasst uns nach vorne blicken." Er sei zum Dialog bereit. Bushido hatte bei der Verleihung des Medienpreises in Wiesbaden einen Bambi in der Kategorie "Integration" erhalten.

Das Publikum hatte zurückhaltend reagiert, als Bushido auf die Bühne kam. Zuvor hatte Peter Plate von der ebenfalls ausgezeichneten Band Rosenstolz den Preis für Bushido offen kritisiert. Es sei nicht korrekt, jemanden zu ehren, der frauenfeindliche und menschenverachtende Texte schreibe. Das Frauenhilfswerk Terre des Femmes (Berlin) nannte die Entscheidung für Bushido "fatal".

Standing Ovations für Schmidt

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Einer der Höhepunkte der Gala war die Vergabe des "Millennium-Bambi" an den deutschen Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (92). Der SPD-Politiker wurde mit minutenlangem stehendem Applaus empfangen. Schmidt rief dazu auf, die friedliche Zusammenarbeit der Nationen zu pflegen. "Dies bleibt der entscheidend wichtige Teil aller unserer Pflichten", sagte der Alt-Kanzler staatstragend. Deutschland sei heute stabiler als je zuvor. Die Krise der Europäischen Union (EU) müsse mit Geduld gelöst werden.

Ein Bambi für Gaga

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Weitere Preisträger waren unter anderem Pop-Ikone Lady Gaga, Teenie-Star Justin Bieber, TV-Urgestein Thomas Gottschalk, Hollywood-Schauspielerin Gwyneth Paltrow sowie die Schauspielerin Ruth-Maria Kubitschek.

Bambi ist nach Angaben der Organisatoren der älteste deutsche Medienpreis. Der Burda-Verlag ("Bunte", "Focus") verleiht die Rehkitz-Trophäe Bambi jährlich seit 1948.

Bambis für Schauspieler Hain und Brandt

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Die Schauspielerin Jeanette Hain und der neue Münchner "Polizeiruf 110"-Kommissar Matthias Brandt sind ebenfalls mit einem Bambi ausgezeichnet worden. Während Hain den Medienpreis am Donnerstagabend in Wiesbaden für ihre Rolle als mondäne Ehefrau eines Gutsherrn in der Kino-Fantasie "Poll" erhielt, wurde Brandt, Sohn des früheren Kanzlers Willy Brandt, für seine Ermittlerrolle prämiert.

Neben der 42-jährigen Hain waren auch Katja Riemann ("Die fremde Familie") und Katja Flint ("Der verlorene Sohn") als Nominierte im Rennen um das vergoldete Rehkitz. Brandt (50), bekannt vor allem als ernster Charakterschauspieler, setzte sich bei der Bambi-Jury gegen Alexander Fehling ("Goethe") und Richy Müller ("Poll") durch.

"Dem Zuschauer gibt er das Gefühl, man könne ihm beim Denken zusehen", urteilte die Jury über Brandts Darstellung des Kommissars Hanns von Meuffels im "Polizeiruf 110".