APA16052280 - 13122013 - WIEN - ÖSTERREICH: BGM Michael Häupl am Freitag, 13. Dezember 2013, vor Beginn einer Sitzung des SPÖ-Vorstandes im Parlament in Wien. APA-FOTO: GEORG HOCHMUTH

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2013

Kunstaufreger des Jahres

12/13/2013, 02:49 PM

In der Münchner Wohnung von Cornelius Gurlitt, 80, werden 1.280 Werke und Werkgruppen, darunter unbekannte Bilder von Meistern der klassischen Moderne, entdeckt und beschlagnahmt. Darin sind Werke u.a. von Munch, Marc und Picasso, die während der NS-Zeit den Besitzer gewechselt haben. Gurlitts Vater Hildebrand war während der NS-Zeit als Kunsthändler im Auftrag der Nationalsozialisten tätig.

Als der Fund bekannt wird, beginnt einer der größten Kunststreits der vergangenen Jahre: Zuerst die Augsburger Behörden und dann ganz Deutschland sehen sich mit vielfältiger, scharfer Kritik konfrontiert. Sowohl die gesetzliche Grundlage der Beschlagnahmung als auch die rechtlichen Möglichkeiten für etwaige Rückgaben von Raubkunst sind heftig umstritten. Für böse Worte sorgt auch, dass von der Beschlagnahme bis zum Bekanntwerden des Sensationsfundes mehr als ein Jahr vergeht.

Und, vielleicht die wichtigste Folge des Fundes: Erneut wird ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt, dass Deutschland kein Restitutionsgesetz hat – und der geeignete rechtliche Umgang mit während der NS-Zeit enteigneter Kunst unklar ist. Kritik kommt von jüdischen Verbänden und Erben, die Ansprüche auf gefundene Werke erheben wollen. Letztlich werden die Werke, bei denen Verdacht auf Raubkunst besteht, nach und nach auf einer Webseite veröffentlicht. Gurlitt selbst – der auch in Salzburg ein Haus hat – bleibt ein Phantom. Im ersten (und einzigen) großen Interview sagt er dem Spiegel, dass er freiwillig „sicher nichts zurückgeben“ will. Die Affäre Gurlitt wird uns auch noch 2014 beschäftigen.

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