Zika-Impfstoff: Erste Tests bereits 2016

A health worker gives information during a prevent
Foto: REUTERS/MARIANA BAZO Behörden setzen jetzt auf Aufklärungskampagnen wie hier in Lima (Peru)

In Brasilien steigt die Zahl der Schädelfehlbildungen.

Nach Einschätzung eines US-Experten wird noch heuer ein Impfstoff gegen das Zika-Virus getestet. „Wir werden zum Ende des Sommers einen Impfstoff-Kandidaten haben und der wird noch in diesem Jahr bereit für erste Tests sein“, sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID), Anthony Fauci, bei der Wissenschaftskonferenz AAAS in Washington.

"Aber wann und ob dieser Impfstoff dann als sicher erklärt werden kann, das können wir natürlich nicht sagen.“ In der Pharmaindustrie gebe es außergewöhnlich großes Interesse, sagte Fauci. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuvor Hoffnungen auf eine rasche Verfügbarkeit von Impfstoffen gegen das Zika-Virus gedämpft. Experten hätten das Virus im Vorfeld unterschätzt, gestand WHO-Strategiechef Christopher Dye ein. „Wir hatten eine Liste mit acht potenziellen Virus-Gefahren, und Zika stand nicht darauf."

Zika ist bereits in mehr als 30 Ländern nachgewiesen (die meisten davon in Lateinamerika), am stärksten ist Brasilien betroffen.

Mehr Fälle in Brasilien

In Brasilien haben sich die bestätigten Fälle von Schädelfehlbildungen bei Babys, deren Mütter sich während der Schwangerschaft mit Zika infiziert hatten, mehr als verdoppelt. Es gebe nun 41 Fälle, teilte das Gesundheitsministerium mit. Vor einer Woche waren 17 Fälle bekannt.

Es gibt den Verdacht, dass das Virus Schädelfehlbildungen und damit geistige Behinderungen bei den Babys auslösen kann, endgültig bewiesen ist das aber nicht. Insgesamt gibt es nach Angaben der Behörden in Brasilien derzeit 3852 Verdachtsfälle.

Die steigenden Zahlen hängen nach Angaben von Ärzten auch damit zusammen, dass es seit Oktober - nach Entdecken eines möglichen Zusammenhangs - eine Meldepflicht gibt. Das Virus ist inzwischen in über 30 Ländern aufgetaucht und wird primär von Moskitos übertragen. Einen Verdacht auf Mikrozephalie gibt es, wenn das Baby mit einem Kopfumfang von 32 Zentimetern oder weniger zur Welt kommt.

Zur Bekämpfung der betreffenden Moskito-Art Aedes aegypti, die das Zika-Virus überträgt, setzt die brasilianische Regierung an diesem Samstag rund 220.000 Soldaten im ganzen Land ein. Die Soldaten und Tausende Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden sollen mit Flugblättern informieren und bis zu drei Millionen Häuser besuchen.
Zudem setzt die Regierung auf den verstärkten Einsatz von Insektiziden. Die Moskito-Art kommt inzwischen auf rund 80 Prozent der Landesfläche vor.

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(KURIER/APA/DPA / EM) Erstellt am
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