Handys verdoppeln Risiken für Gehirntumore

Susanne EiweckTelefon, Telefonieren, Handy
Foto: Susanne Eiweck Erwachsene sollten eine intensive Handynutzung meiden.

Studie: Je jünger mit dem Mobiltelefonieren begonnen wird, desto gefährlicher kann es sein.

Eine neue Studie sorgt abermals für Zündstoff in der Diskussion um die Gesundheitsgefährdung durch Handystrahlen. Die "Interphone-Studie", die im Rahmen der Jahrestagung der österr. Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin in Salzburg vorgestellt wird, belegt ein erheblich erhöhtes Risiko für Gliome (seltene Form eines Gehirntumors) durch intensive und länger andauernde Nutzung von Mobiltelefonen.

Das Thema ist seit Jahren wissenschaftlich umstritten. Erst im vergangenen Jahr hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Handystrahlung der Gefahrenkategorie 2B zugeordnet – und mit Mitteln zur chemischen Reinigung, dem Pflanzenschutz DDT oder Kaffee als Risikofaktor für Blasenkrebs gleichgesetzt. Besonders Menschen, die Mobiltelefone intensiv nutzen, sollen ein 40 Prozent erhöhtes Risiko haben, ein Gliom zu entwickeln. Gleichzeitig betonte erst kürzlich die britische Health Protection Agency, dass es noch immer keinen Beweis für die Gesundheitsgefahr durch Handys gäbe.

Für die Interphone-Studie wurden unter der Leitung der Internationalen Krebsforschungsagentur seit dem Jahr 2000 Untersuchungen in 13 Ländern durchgeführt. Demnach verdoppelt sich das Risiko für ein Gliom nach zehn oder mehr Jahren mobilen Telefonierens. Ein höheres Risiko gelte außerdem für Menschen, die schon in jungen Jahren mit der Handy­telefonie begonnen haben.

Eine aktuelle Studie der Pädagogischen Hochschule Salzburg zeigt, dass Schüler ihr erstes Handy jetzt meist schon im Alter von zehn Jahren bekommen. Bei parallel dazu befragten Studenten geschah dies noch mit 14 Jahren.

Der Umweltmediziner Gerd Oberfeld rät erneut zu folgenden Maßnahmen, um das Risiko zu minimieren:

Handy bei der Netzauswahl auf 3G (UMTS) umstellen. Das soll die Belastung um etwa 99 Prozent reduzieren.
Wenn möglich, das Handy nicht direkt an das Ohr halten – bestenfalls ein Headset verwenden.
Lange Telefonate über ein Schnurtelefon führen.
Das Handy nicht direkt am Körper tragen – jedenfalls nicht in der Hosentasche oder im Brustbereich.

(kurier) Erstellt am
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