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Unter Verdacht: Klaus Wittauer
Unter Verdacht: Klaus Wittauer - Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

Letztes Update am 23.01.2013, 06:00

Wittauer soll "Miete" kassiert haben. Die Anklage wirft dem BZÖ-Mann vor, sich an der Telekom-Parteispende persönlich bereichert zu haben.

Die Parteispenden-Anklage gegen Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer, den Lobbyisten Peter Hochegger, drei ehemalige BZÖ-Funktionäre und zwei Werber birgt ein pikantes Detail. Mit der verdeckten Zahlung (960.000 Euro) der Telekom Austria an das BZÖ soll nicht nur der Wahlkampf 2006 der Orangen finanziert worden sein. Ankläger Hannes Wandl wirft dem früheren Telekom-Beauftragten des BZÖ und Tiroler Abgeordneten Klaus Wittauer vor, sich auch persönlich bereichert zu haben. „Wie sich aus den Feststellungen ergibt, erhielt Wittauer 20.319 Euro von jenen Geldern, die unter seiner Mitwirkung der Telekom ungetreu entzogen wurden“, heißt es in der Anklage. Wandl beantragte daher die Einziehung dieses Betrages zugunsten der Republik.

Ende Dezember 2006 hatte Wittauer der BZÖ-nahen „Werbeagentur Schmied“ 20.319 Euro in Rechnung gestellt: für „zur Verfügung gestellte Grundstücke zu Werbezwecken von Juni bis Ende Oktober 2006“.

Laut Anklage ist über Schmieds Agentur der Großteil der Telekom-Gelder an das BZÖ geflossen, Hochegger und Wittauer sollen die Gelder organisiert haben.

„Wittauer meinte, es wäre ein gute Idee, eine Werbefläche auf seinem Grundstück zu platzieren“, gab der mitangeklagte BZÖ-Werber Kurt Schmied zu Protokoll. „Wir haben einen Kran aufgestellt und ein riesiges Plakat aufgehängt, gut einsehbar in der Einfahrt nach Innsbruck.“

Dass Wittauer die Rechnung erst drei Monate nach Ende des Wahlkampfs an seine Agentur stellte, erklärte Schmied dem Staatsanwalt damit, „dass hier wohl noch Budgetgelder vorhanden waren“. „Mein Mandant fühlt sich nicht schuldig“, sagt Wittauers Verteidiger Ewald Scheucher. „Dass er sich persönlich bereichert hätte, wird definitiv bestritten.“

(kurier) Erstellt am 23.01.2013, 06:00

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