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Foto: AP/Petros Giannakouris

Letztes Update am 30.12.2012, 01:29

Griechen halten Kampf gegen Steuerhinterzieher für gescheitert. Die Regierung mache nicht genug, sagen mehr als zwei Drittel der Griechen.

Mehr als zwei Drittel der Griechen hält einer Umfrage zufolge den Kampf der Athener Regierung gegen die Steuerhinterziehung für gescheitert.

GREECE ECONOMY SAMARAS
Premier Samaras - Foto: APA/ALKIS KONSTANTINIDIS


Rund 68 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die amtierende Koalition unter dem konservativen Ministerpräsident Antonis Samaras nicht genug tue, um die Steuerbetrüger dingfest zu machen, wie eine am Samstag veröffentlichte Umfrage von Kapa Research/To Vima ergab.

In Griechenland sind bisher keine hochrangigen Steuersünder vor Gericht gestellt worden. Massive Steuerhinterziehung gilt als einer der Gründe für die schlechte Haushaltslage des Landes.

Für Euro-Zone, gegen Drachme

Rund 77 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Griechenland in der Euro-Zone bleiben sollte. Nur 16 Prozent denken, dass das hoch verschuldete Land die frühere Nationalwährung, die Drachme, wieder einführen sollte. In der Umfrage führt die Oppositionspartei Syriza mit 22,6 Prozent. Nea Demokratia von Samaras erreicht 21,5 Prozent der Stimmen. Die sozialistische Pasok kommt in der Umfrage auf 6,2 Prozent.


Korruptionsfälle

Auch Tourismusbehörde im Visier der Ermittler

Zudem erhitzt eine Diskussion über neue Korruptionsfälle die Gemüter. Neben der Debatte über Manipulationen einer Steuersünderliste im Finanzministerium gerät nun auch die Athener Tourismusbehörde ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Geldern des Amtes sei gegen drei Griechen Haftbefehl erlassen worden, teilte die Polizei am Samstag mit.
 

Die Agentur hat zur Aufgabe, mit Subventionen und Werbekampagnen die Reisebranche und damit eine der letzten Ertragsquellen der griechischen Wirtschaft zu unterstützen. Das Finanzministerium ermittelt zudem wegen Unregelmäßigkeiten in der Buchhaltung der Behörde, wo zwölf Millionen Euro fehlen sollen.

In dem Verdachtsfall der Veruntreuung soll ein Berater der Behörde mit mindestens zwei Komplizen versucht haben, einen auf ein Hotel ausgestellten gefälschten Scheck von fast 150.000 Euro einzulösen. Die drei Verdächtigen seien in der vergangenen Woche festgenommen worden, teilte die Polizei weiter mit. Ihnen werde Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation vorgeworfen.

Griechenland Nr. 1 in der EU

Korruption gilt als weit verbreitet in Griechenland, das beim jüngsten Vergleich der Vereinigung Transparency International den höchsten Korruptionsgrad aller 27 EU-Länder aufwies. Immer neue Skandale schüren die Verärgerung unter vielen Griechen, die selbst wegen des Sparkurses des hoch verschuldeten Landes massive Lohneinbußen und Steuererhöhungen hinnehmen müssen. Die seit Juni amtierende Koalition hat Günstlingswirtschaft, Bestechung, Betrug und Steuerhinterziehung den Kampf angesagt.

(APA/sho) Erstellt am 30.12.2012, 01:30

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