Soros: EU-Sparkurs inakzeptabel

SWITZERLAND WEF 2013 DAVOS
Foto: APA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT "Die Deutschen glauben an Einsparungen, und der Rest der Welt glaubt an geldpolitische Lockerungen", so US-Investor George Soros.

Der US-Investor kritisierte die Austeritätspolitik der EU und warnte vor einem Währungskrieg.

Der legendäre US-Investor George Soros hat den Sparkurs der EU in der Schuldenkrise kritisiert. Diese führe zu einem Graben in der Eurozone zwischen Schuldner- und Gläubigerländern und führe Europa in die Rezession, sagte Soros am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. „Die Deutschen glauben an Einsparungen, und der Rest der Welt glaubt an geldpolitische Lockerungen“, so der 82-Jährige. Dieser Widerstreit könnte seiner Auffassung nach eine gefährliche Auseinandersetzung lostreten. „Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg“, sagte Soros.

Die nächsten zwei Jahre dürften sehr hart werden. Und wenn die überstanden seien, dürfte die Eurozone permanent zwischen Zentrum und Peripherie geteilt sein. Die Austeritätspolitik sei inakzeptabel und nicht tolerierbar, sagte Soros am Donnerstagabend im Rahmen eines Dinners.

Lob für FED

Die Europäische Zentralbank (EZB) sei die einzige große Notenbank, die nicht die Notenpresse im großen Stil angeworfen habe. Aber eine Geldpolitik der offenen Schleusen, wie sie die US-Notenbank FED betreibe, sei derzeit die richtige Politik, sagte Soros. Auch in Japan habe sich die Notenbank unter dem Druck der neuen Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe zu einer Politik der Geldschwemme entschieden. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel hatte ihre Sorge darüber ausgedrückt.

Wenn Deutschland aus der Eurozone aussteigen würde, würde sich die Schuldenlast der Krisenstaaten am Rande Europas entspannen, sagte Soros. Dann würde sich die neue D-Mark aufwerten und der Euro an Wert verlieren. Der Schuldendruck der tief in der Kreide steckenden Länder würde nachlassen, weil die Schulden in Euro denominiert seien.

Weltbekannt wurde der gebürtige Ungar Soros im Jahr 1992, als er gegen das britische Pfund wettete, die Bank of England in die Knie zwang und am Ende eine Milliarde Dollar kassierte. Die Zeche mussten die britischen Bürger zahlen. Soros Einsatz war damals zehn Milliarden Dollar (7,5 Mrd. Euro) gewesen.

Bilder: Davos - Die Festung in den Alpen

Für fünf Tage mutiert Davos wieder zum Nabel der kapitalistischen Welt. Ein Blick in die Schweizer Alpen.  "Resilient Dynamism“, zu Deutsch: "Widerstandsfähige Dynamik". Unter diesem sperrigen Slogan treffen sich Spitzenpolitiker und Topmanager aus aller Welt wieder zum "World Economic Forum", kurz WEF. Die Jahrestagung (23.-27. Jänner 2013), bei der Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur über aktuelle weltpolitische Probleme debattieren, findet heuer bereits zum 43. Mal statt. (Bild: Schauspielerin Charlize Theron) Veranstaltungsort ist seit jeher das 11.000-Einwohner-Städtchen Davos in Graubünden. Beschaulich, möchte man meinen. Doch ein Blick hinter die Kulissen der Weltbühne zeigt auch ein anderes Bild. Denn während Mitarbeiter die letzten Vorbereitungen treffen und... ... jeder Winkel noch auf Hochglanz gebracht wird,... ...nehmen im Freien Männer mit anderen Kalibern Stellung.
  Hier patrouilliert ein Schweizer Soldat hinter Stacheldraht mit Fernglas. Nicht der einzige. Insgesamt werden mehr als 5000 Schweizer Polizisten und Soldaten Flugplätze, Straßen und Gebäude sichern. Damit dann beim "jährlichen Klassentreffen der globalen Eliten im Schnee", wie die Neue Zürcher Zeitung die Tagung nannte, auch nichts passiert. Hochbewacht, das Herzstück der Veranstaltung: das Kongress-Zentrum. Um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten, werden zudem Kampfjets den Luftraum überwachen (Ein Eurocopter 635 der Schweizer Armee setzt zur Landung an). Auch das Österreichische Bundesheer ist im Einsatz: Eurofighter werden sicherstellen, dass sich keine unbekannten Flugzeuge über dem Territorium Österreichs dem Konferenzort in der Schweiz nähern können. Österreich wird übrigens diesmal nicht so hochrangig vertreten sein, dasselbe gilt für die USA und China.
 

(apa, sda / js) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?