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Nach teuren Auslandsexpansionen muss kika/Leiner eisern sparen. Die Mitarbeiter befürchten, dass sie die Zeche zahlen müssen.
Nach teuren Auslandsexpansionen muss kika/Leiner eisern sparen. Die Mitarbeiter befürchten, dass sie die Zeche zahlen müssen. - Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Letztes Update am 11.02.2014, 13:46

Steinhoff räumt bei kika/Leiner auf: "Da rumort es kräftig". Der neue Eigentümer Steinhoff setzt beim heimischen Möbelhändler den Rotstift an und streicht Stellen.

Ein halbes Jahr nach der Übernahme hat die südafrikanische Steinhoff-Gruppe Österreichs zweitgrößten Möbelhändler kika/Leiner ein striktes Kostensenkungsprogramm verordnet. Offiziell werden "Synergien geprüft", doch in der Belegschaft brodelt es. Laut KURIER-Informationen kam es bereits zu ersten betriebsbedingten Kündigungen. Bei Leiner in Amstetten sollen insgesamt 18 Stellen abgebaut werden. Der Filialleiter, der sich weigerte, die Mitarbeiter zu kündigen, wurde in Pension geschickt. "Die Stimmung im Unternehmen ist am Tiefpunkt und beim Management herrscht Funkstille. Die Mitarbeiter werden über die Pläne des Unternehmens und die kommenden Kündigungen schlicht nicht informiert", schildert ein kika-Mitarbeiter die Lage.

Die Belegschaftsvertreter von kika und Leiner sind alarmiert. Am Dienstag treffen sie sich zu einer Betriebsräteversammlung mit der Gewerkschaft GPA-djp. "Es rumort kräftig bei kika/Leiner. Es darf nicht sein, dass das Kostensenkungsprogramm auf den Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird", sagt Handelsgewerkschafter Manfred Wolf. Sollte es zu einen größeren Jobabbau kommen, werde man um jeden Arbeitsplatz kämpfen.

kika/Leiner dementiert Pläne über einen größeren Jobabbau. In den vergangenen zwei Monaten hätte es sogar mehr Neueinstellungen als Dienstgeberkündigungen gegeben. Auch Filialschließungen stünden aktuell nicht zur Diskussion: "Wir bekennen uns zu einer offensiven Expansionspolitik."

Verlustgeschäft

Ob der neue Eigentümer Lust auf Expansionen hat, darf bezweifelt werden, zumal hohe Investments im Ausland kika/Leiner rote Zahlen beschert haben. Für das Geschäftsjahr 2012/13 weist kika ein negatives Betriebsergebnis von 28,67 Millionen Euro aus. Unterm Strich blieb ein Verlust von 10,95 Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte von 509 auf 497 Millionen Euro. Auch bei Leiner rutschte das Ergebnis im Vorjahr mit 710.000 Euro in die Verlustzone. Brancheninsider gehen daher davon aus, dass noch in diesem Jahr unrentable Filialen geschlossen werden. kika hat 32 Filialen in Österreich und 24 im Ausland, Leiner ist mit 18 Geschäften in Österreich vertreten.

Nicht nur die Mitarbeiter, auch die Lieferanten der Möbelkette müssen zum Sparkurs beitragen. Im Dezember erhielten viele von ihnen ein Schreiben mit einer pauschalen Forderung, sich an der nächsten Werbekampagne finanziell zu beteiligen. Da zeitgleich auch Konkurrent Lutz die Lieferanten mit einer ähnlichen Rabattforderung anschrieb, wurden in Deutschland bereits die Kartellwächter aktiv.

(kurier/apa) Erstellt am 10.02.2014, 18:27

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