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 Zugbegleiter in den ÖBB (Symbolbild)
Zugbegleiter in den ÖBB (Symbolbild) - Foto: KURIER /gruber franz

Letztes Update am 30.12.2012, 18:28

Massive Kritik an Arbeitsbedin­gun­gen. Gewerkschaft vida kritisiert Arbeitszeiten und Entlohnung beim ÖBB-Caterer. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

Die Gewerkschaft vida kritisiert die Arbeitsbedingungen der Catering-Mitarbeiter in ÖBB-Zügen. "Es sind mehr als 50 Prozent der Kolleginnen und Kollegen nach ungarischem Kollektivvertrag angestellt und verdienen zwischen 450 und 600 Euro“, so Ida Fleissner, Betriebsrätin im ÖBB Personenverkehr, laut orf.at. Anfang April 2012 hatte die Do&Co-Tochter "Henry am Zug“ das Catering in den ÖBB-Zügen übernommen. Von "Henry am Zug" werden sowohl die ÖBB-Bordrestaurants als auch die Snack-Trolleys betrieben.

"Die Arbeitszeiten sind teilweise zehn Stunden durchgehend ohne eine gesetzliche Pause. Sie haben gesagt, es gibt keine Aufenthaltsräume. Sie müssen sich während der Wendezeiten auf den Bahnsteigen oder in Restaurants aufhalten“, berichtete Fleissner weiter.


Do&Co-Tochter dementiert Vorwürfe

Der Caterer weist die Vorwürfe zurück. Fleissners Behauptungen seien "unwahr", hieß es am Sonntagabend in einer Stellungnahme. So hätten sich die Arbeitsbedingungen seit der Übernahme von "Henry am Zug" "wesentlich verbessert".

Entgegen der Schilderungen des ÖBB-Betriebsrates seien nur "ca. 17 Prozent aller Arbeitnehmer" nach ungarischem Kollektivvertrag angestellt, "nicht 50 Prozent oder mehr". "Ungarische Arbeitnehmer werden auf Zügen eingesetzt, die in Ungarn ihren Ursprung haben und/oder ebendort enden", so die Erklärung des Caterers. "Henry am Zug" zahle den ungarischen Arbeitnehmern "mehr als den doppelten gesetzlichen Lohn".

Hinsichtlich der Arbeitsbedingungen hielt der ÖBB-Caterer fest, dass gesetzliche Arbeitszeiten sowie Ruhepausen eingehalten würden. Auch "Tageszimmer" und "Ruheräume" stünden zur Verfügung. Fleissner hatte von zehnstündigen Arbeitstagen ohne Pause berichtet und bemängelte die fehlenden Aufenthaltszeiten während Wendezeiten.

Kritik an Kleidervorschriften

Auch die Vorwürfe betreffend Kleidervorschriften bezeichnet das Unternehmen als "unwahr". Kritisiert wurde unter anderem, dass die Mitarbeiter "auf Stöckelschuhen durch den Zug gehen müssen, weil sich das der Chef einbildet". Seitens "Henry am Zug" hieß es dazu: "Die bereitgestellten Schuhe haben eine Absatz, welcher zwischen 1,5 und 3 cm ist. Es gibt keine Stöckelschuhe mit Bleistiftabsätzen."

(APA/jt) Erstellt am 30.12.2012, 18:28

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