Zur mobilen Ansicht wechseln »
Kurier Fotowettbewerb 2014
Sollte das Football-Match zu heiß werden – über ein Messband im Helm wird die Körpertemperatur der Spieler überwacht.
Sollte das Football-Match zu heiß werden – über ein Messband im Helm wird die Körpertemperatur der Spieler überwacht. - Foto: IDENTEC GROUP AG

Letztes Update am 22.01.2013, 06:21

Zumtobel: Hightech-Signale weltweit. Der Vorarlberger Unternehmer hat eine innovative Firmengruppe aufgebaut – mit einem weltweiten Kundenkreis.

Fast 20 Jahre lang war es in der Öffentlichkeit sehr still um den Spross einer Vorarlberger Kaufmannsdynastie. In den 90er-Jahren mischte der heute 65-Jährige mit seiner Familia- und Dogro-Märkten den Handel ordentlich auf. Zumtobel war der Erste, der Markenartikel zu Diskontpreisen verkaufte und die Öffnungszeiten ausreizte. Was ihm eine Klagsflut der Konkurrenz einbrachte. „Irgendwann hat’s gereicht“, erklärt er heute den Verkauf der 3000 Mitarbeiter großen Kette an den Schweizer Migros-Konzern. Der Verkauf von Kaffee nach China war weniger erfolgreich.

…
Martin Zumtobel will in die Politik nichts mehr investieren - Foto: kba/zumtobel_rz_300dpi.jpg
Polit-Interessierten ist Zumtobel als Initiator der Wirtschaftspartei in Erinnerung. Das ein Jahr später gegründete Liberale Forum wollte mit Zumtobel fusionieren, dem wirtschaftsliberalen Entrepreneur sagte das Parteiprogramm allerdings nicht zu. Damit hatten sich seine politischen Ambitionen „für immer“ erledigt.


Bei einer Sahara-Tour lernte Zumtobel den Gründer der Gantner Electronic kennen und beteiligte sich. Dieses Unternehmen ist inzwischen der Nukleus der Identec Group, einer in Liechtenstein domizilierten Firmengruppe, die rund 30 Prozent des Umsatzes in den USA erwirtschaftet und an der Zumtobel als Chef des Verwaltungsrates ein Drittel hält. Mit Freunden wie Paul Senger-Weiss hat er die Mehrheit der Stimmrechte.

Inzwischen umfasst das rasant expandierende Konglomerat neun Unternehmen, die rund 50 Umsatzmillionen einfahren und heuer allesamt erstmals operativ Gewinne abwerfen sollen. Technologische Basis des Business sind sogenannte RFID-Lösungen. Diese Radio Frequency Identication ermöglicht die kontaktlose Identifizierung und Lokalisierung von Menschen und Objekten per Funk. Einsetzbar überall dort, wo eine automatische Erkennung, Registrierung, Überwachung oder Lagerung erforderlich ist. Die Systeme bestehen aus einem Transponder und einem Lesegerät.

Breit gefächert

Der Kundenkreis geht quer durch die Branchen. Auf Ölplattformen etwa dient die Technologie der Ortung von Arbeitern, was in Notfällen Leben retten kann. Ebenso in Altersheimen. In Häfen wird die Logistik unterstützt und die Kühltemperatur der Container überwacht. Oder Mikrosensoren in den Zähnen von Großbaggern im Bergbau. Abgebrochene Baggerzähne, die in den Gesteinsmühlen landen, können die teuren Mahlwerke zerstören. Die Tochter Hothead Technologies wiederum entwickelte ein Temperaturüberwachsungs- und Warnsystem in Sporthelmen. Das unscheinbare Stirnband wird etwa von Football-Teams verwendet – der Trainer kann jederzeit kontrollieren, ob die Körpertemperatur der Spieler zu hoch ist. Als Fitnessmessgerät „Spree“ wird das Band jetzt Hobbysportlern verkauft, die sich über ein App überprüfen können. In Österreich bietet man auch Systeme für Park & Ride und Mautstrecken an.

Zumtobel schwärmt jedenfalls von einem „Milliardenmarkt“ für diese Technologie. Zur Finanzierung der weiteren Expansion wurde eine Unternehmensanleihe aufgelegt, die nun auch privaten Anlegern angeboten wird.

(kurier) Erstellt am 22.01.2013, 06:21

Stichworte:



Diskussion

Kommentare aktualisieren
Bitte Javascript aktivieren!