Letztes Update am 19.06.2012, 11:58
Hipp-Kindertee: Prädikat "dreisteste Werbelüge".
Hipp bekommt von der deutschen Konsumentenschutzorganisation Foodwatch den Negativ-Preis "Goldener Windbeutel" verliehen.
Werbung verspricht oft, was sie nicht hält: Die deutsche Konsumentenschutzorganisation Foodwatch nimmt jährlich Lebensmittel mitsamt ihrer Werbekampagnen unter die Lupe. Die dreistesten Werbelügen werden dann mit dem "Goldenen Windbeutel" ausgezeichnet.
Diesen bekommt heuer die Firma Hipp für ihre Instanttees für Kleinkinder.
Die Zuckergranulat-Tees "Früchte", "Waldfrüchte" und "Apfel-Melisse" enthalten den Angaben zufolge umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker je 200 ml-Tasse.
Dennoch würden sie als "kindgerecht", "gesund" und "Durstlöscher" beworben.
"Tatsächlich handelt es sich bei den Instant-Tees um Zuckergranulat, das mit Tee-Extrakt versetzt ist. Pro Tasse (200 Milliliter) enthält der fertige Tee umgerechnet rund zweieinhalb Stück Würfelzucker. Als Durstlöscher für Kinder empfehlen Experten dagegen nur ungesüßte Tees, Wasser", so Foodwatch.
"Gezuckerte Tees für Kleinkinder sind so überflüssig wie ein fünftes Rad am Kinderwagen. Die Alternative ist so simpel: Man nehme einen Teebeutel und gieße ihn mit kochendem Wasser auf", erklärte Anne Markwardt von Foodwatch.
Knapp 130 000 Verbraucher hatten sich laut Foodwatch unter abgespeist.de an der Online-Abstimmung beteiligt – 34,1% kürten Hipp zum Etikettenschwindel des Jahres.
Hipp hat umgehend auf die Nominierung reagiert und will seine kritisierten Instant-Tees auf Zuckergranulat-Basis voraussichtlich bis Jahresende vom Markt nehmen.
(Bild: Geschäftsführer Claus Hipp.)
Schon seit längerem werde an einer neuen Rezeptur ohne Zucker gearbeitet, so eine Unternehmenssprecherin.
Bereits seit April bietet Hipp für Kinder unter einem Jahr Granulat-Tees mit dem zahnschonenden Zuckerersatzstoff Isomaltulose an.
(apa, dpa, afp/js)
Erstellt am 19.06.2012, 11:56