Letztes Update am 24.05.2012, 11:24
Ferrari auf Schienen: Der "Italo" kommt an.
Seit einem Monat fährt der ferrarirote Hochgeschwindigkeitszug Italo zwischen Mailand und Neapel. Gut 50.000 Passagiere stiegen zu.
Seit 28. April flitzt der neue private Hochgeschwindigkeitszug "Italo" mit einer Geschwindigkeit von über 300 Stundenkilometern zwischen Mailand und Neapel.
Vier Wochen nach dem Debüt meldeten die neuen Züge von Italiens erster privater Bahngesellschaft Nuovo Trasporto Viaggiatori (NTV) 50.000 Passagiere an Bord – ein Erfolg.
Auch für die nächsten Wochen wurden bereits weitere 50.000 Fahrkarten verkauft.
Der Ladefaktor der Züge betrug 41 Prozent, was deutlich über dem Ziel von 30 Prozent liegt, das sich NTV für den ersten Monat gesetzt hatte, teilte das Unternehmen mit.
Wegen des Erfolgs soll das Angebot an Zügen nun ausgebaut werden.
Am Samstag werden künftig neun statt ursprünglich vier Zugpaare auf der rentablen Achse Mailand-Neapel verkehren.
Ab 26. August wird der Italo dann auch auf der Strecke Salerno-Neapel reisen, teilte NTV mit.
Außerdem soll eine Nonstop-Verbindung zwischen Rom-Mailand angeboten werden. Die über 600 Kilometer lange Strecke werden die NTV-Züge in nur zwei Stunden und 50 Minuten zurücklegen.
Ab dem 27. Oktober starten Züge auf der Strecke Padua-Venedig.
Am 9. Dezember werden NTV-Züge auch zwischen Mailand und Turin unterwegs sein.
NTV ist die erste komplett private europäische Eisenbahngesellschaft im Hochgeschwindigkeitsbereich.
Der "Italo" wurde von der französischen Alstom gebaut und ist mit einer ferrariroten Flotte von 25 Zügen gestartet.
(Im Bild: Alstom-Chef Patrick Kron.)
Das Design entstammt der Feder der italienischen Designer-Legende Giorgetto Giugiaro.
Italo bietet Sicherheitspersonal an Bord, Wifi-Internet im Zug, einen Ruhewaggon und Sessel vom Luxusmöbelhersteller Poltrona Frau.
Und das zum Kampfpreis von 45 Euro für die Strecke Rom-Mailand.
Die Preise liegen damit unter denen der privatisierten Trenitalia, die schon lange Hochgeschwindigkeitszüge führt.
Wie NTV-Geschäftsführer Giuseppe Sciarrone berichtete, will die Bahngesellschaft innerhalb von drei Jahren neun Millionen Passagiere gewinnen, was ein Viertel des Anteils am Bahn-Hochgeschwindigkeitsmarkt entspricht.
(Im Bild: Ferrari-Boss und NTV-Präsident Luca Cordero di Montezemolo.)
Bis Ende 2012 rechnet das Unternehmen mit 1,6 Millionen Passagieren. Bis Ende 2014 hofft NTV, die Gewinnschwelle zu erreichen.
1,1 Mrd. Euro hat die Bahngesellschaft für ihren Start investiert...
Das Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Personen.
An NTV sind unter anderem Ferrari-Präsident Luca Cordero di Montezemolo…
…und der Schuh- und Handtaschenunternehmer Diego Della Valle beteiligt.
(apa/js)
Erstellt am 24.05.2012, 11:22