Letztes Update am 02.08.2012, 13:04
Europäer fahren nicht auf Harleys ab.
Zwei von drei Maschinen setzt die US-Kultmarke am Heimatmarkt ab. In Europa sind die Verkaufszahlen um neun Prozent eingebrochen.
Für die Motorradschmiede Harley Davidson lief das zweite Quartal 2012 ganz gut. Die Verkaufszahlen konnten gesteigert werden. Allerdings nur, weil Amerikaner und Asiaten vermehrt auf die schweren Maschinen aus Milwaukee abfahren. In Europa ist der Verkauf eingebrochen.
Für eingefleischte Fans ist sie mehr Lebensanschauung, denn Fortbewegungsmittel: die Harley Davidson.
Sie verkörpert die USA auf zwei Rädern. Spätestens seit Dennis Hopper und Peter Fonda in Easy Rider auf einer Harley durch die unendlichen Weiten Amerikas cruisten, ist die 1903 gegründete Schmiede Kult.
Böse Zungen spotten über die Marke aus Milwaukee: Schlechtes muss nicht billig sein.
Nichts desto trotz läuft das Geschäft gut: Weltweit stiegen die Verkäufe im zweiten Quartal 2012 um drei Prozent auf 85.700 Stück.
Vor allem dank der Treue seiner US-Fans schätzt Harley Davidson, das angepeilte Ziel im Gesamtjahr bis zu 250.000 Motorräder auszuliefern, zu erreichen.
Im vergangenen Jahr hatte Harley Davidson annähernd 235.200 Motorräder verkauft - ein Plus von sechs Prozent.
Zwei von drei Maschinen setzt die Kultmarke immer noch in den USA ab, gefolgt von Kanada.
Als einen der Gründe für das Comeback am Heimatmarkt sieht Firmenchef Keith Wandell, dass sich mittlerweile auch junge Leute, Frauen, Afroamerikaner und Einwanderer aus Lateinamerika fürs Motorradfahren begeistern.
Nach wie vor ist der klassische Harley-Käufer weiß, männlich und im mittleren Alter.
In Europa hingegen hat Harley mit sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen.
(Bild: Big Red Lady von Harley Davidson.)
Die Verkäufe schmolzen um neun Prozent auf gut 14.600 Stück dahin.
"Die Verkäufe sind ganz klar von den herausfordernden wirtschaftlichen Bedingungen in der Eurozone in Mitleidenschaft gezogen worden", erklärte Firmenchef Keith Wandell am Mittwoch.
Von der Wirtschaftskrise vor vier Jahren wurde das Unternehmen stark getroffen: Weltweit brachen die Verkäufe ein; Harley Davidson musste ums Überleben kämpfen.
Firmenchef Wandell gab in der Not die Marken MV Agusta und Buell auf und strich Tausende Jobs.(Bild: Motorrad mit Jet-Antrieb. Basis ist eine Harley Davidson. Angetrieben wird das Bike von einer 3500 PS starken Hubschrauber-Turbine.)
Heute profitiert der Hersteller von seiner Neuaufstellung: Während der Gesamtumsatz um 15 Prozent auf 1,7 Mrd. Dollar (1,382 Mrd. Euro) stieg, legte der Gewinn unterm Strich doppelt so stark auf 247 Mio. Dollar zu.
(apa, dpa, KURIER)
Erstellt am 02.08.2012, 13:02