Streik: Polizei zwingt U-Bahn-Fahrer zum Dienst

Arbeit oder Gefängnis: Die griechische Regierung geht gegen die streikenden U-Bahn-Fahrer mit Polizeigewalt vor.

Nach Tagen des Streiks will die Regierung in Athen die U-Bahnfahrer nun zum Dienst zwingen: Die öffentlichen Angestellten müssen nun zur Arbeit zurückkehren, oder sie wandern ins Gefängnis. Bereitschaftspolizisten haben am vergangenen Freitag sogar ein von streikenden Arbeitern besetztes U-Bahn-Depot gestürmt.  Mindestens zehn U-Bahn-Mitarbeiter seien festgenommen worden. Eine Frau sei mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.
  "Die Gewerkschaft der U-Bahnfahrer wollte eine blindwütige Konfrontation", begründete der griechische Transportminister Kostis Chatzidakis die Maßnahme im griechischen Fernsehen. Die Gewerkschaft weiderum zeigte sich empört. "Es ist eine Junta. Die werden uns hier tot rausholen", sagte der Chef der U-Bahnfahrer, Antonis Stamatopoulos, im Fernsehen. Dutzende Mitglieder der Gewerkschaft hatten sich bereits am Donnerstag in der Zentralbahnhofsgarage der U-Bahn versammelt und verbarrikadiert. Die Streiks hatten in den vergangenen Tagen ein Verkehrschaos in der Hauptstadt ausgelöst. Beim Sparprogramm der Regierung drohen den U-Bahnfahrern nach Gewerkschaftsangaben Gehaltskürzungen von bis zu 25 Prozent. Bisher gehörten sie zu den privilegierteren Angestellten im staatlichen Bereich. Aus Solidarität zu den U-Bahnfahrern kündigten die Gewerkschaften der Busse und Straßenbahnen einen Streik für Donnerstagnachmittag und Freitag an. Ähnliche Zwangsmaßnahmen waren in den Vorjahren bereits gegen Straßenreinigungskräfte und Fernfahrer angewendet worden. Die Gewerkschaften hatten Widerstand gegen die Anordnung der Regierung angekündigt. "Wir werden nicht nachgeben, wir werden standhalten", erklärte ein Sprecher der Arbeitnehmervertreter.
(apa/dpa/rts / ep) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?