Letztes Update am 11.06.2012, 10:32
Spaniens Wirtschaft: Eine Chronologie.
Das Schicksal der spanischen Wirtschaft reichte im vergangenen Jahrzehnt vom Boom bis hin zur tiefen Finanzkrise. Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick.
Das Schicksal der spanischen Wirtschaft reichte im vergangenen Jahrzehnt vom Boom bis hin zur tiefen Finanzkrise. Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
Die Geburt des Euro Spanien gehört 1999 zu jenen zwölf Staaten, die sich zu einer gemeinsamen europäischen Währung entschließen. Die Mitgliedschaft in der Euro-Zone ermöglicht Spanien den Zugang zu niedrigeren Kreditzinssätzen.
Der Immobilien-Goldrausch Billiges Geld löst einen regelrechten Immobilien-Boom aus, überall im Land wird gebaut. Familien nehmen in großem Stil Kredite auf - ein beispielloses Wirtschaftswachstum kommt in Gang.
Vom Auf- zum Abstieg Spanien hat seit mehreren Jahren die höchste Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union - und sie steigt weiter. Lag die Arbeitslosenquote 2007 noch bei 8,3 Prozent, so steht sie jetzt bei 25 Prozent. Die riesige Zahl nicht verkaufter Immobilien im Land führt zu einem Preissturz.
Die mittlerweile viertgrößte Volkswirtschaft in der Eurozone übersteht die Finanzkrise 2008, die Banken gelten als gesund.
Mit der Zuspitzung der Schuldenkrise in der Eurozone werden auch die Probleme in Spanien akuter. 2009 sitzt der Finanzsektor auf immobilienbezogenen Krediten in Höhe von 445 Milliarden Euro. Es stellt sich heraus, dass auch die Regionalregierungen erhebliche Schulden aufweisen.
Die Ära Zapatero 2010 leitet der sozialistische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero eine umstrittenen Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre ein. Um die Schuldenlast in den Griff zu bekommen und die Märkte zu beruhigen, wird zudem die Mehrwertsteuer erhöht.
Doch Zapateros Maßnahmen können nicht verhindern, dass das Land in die Rezession steuert. Der spanische Ministerpräsident zieht die für das Frühjahr 2012 geplanten Parlamentswahlen um vier Monate auf November 2011 vor. Die Bevölkerung geht zunehmend auf die Straße um ihren Unmut zu äußern.
Der Wechsel an der Spitze Im Dezember 2011 kommt die von Mariano Rajoy angeführte konservative Volkspartei (PP) an die Macht. Eilig beschließt Rajoy Reformen und Sparmaßnahmen, die zu weiteren ...
...Großdemonstrationen von um ihre Zukunft besorgten Spaniern führen - darunter zahlreiche junge Menschen. Die Arbeitslosenquote bei den 16- bis 24-Jährigen liegt bei 52 Prozent.
Rajoy muss acht vor dem Bankrott stehende Kreditgeber verstaatlichen, während Spanien erneut in die Rezession fällt. Investoren und Märkte richten ihren Fokus weiterhin auf die risikobehafteten Immobilienvermögen in Höhe von 180 Milliarden Euro. Am 9. Juni erhalten Spaniens Banken eine erste EU-Finanzspritze von 100 Milliarden Euro.
(APA/la)
Erstellt am 11.06.2012, 10:28