Letztes Update am 24.07.2012, 10:37
Schwerste Dürre seit 70 Jahren in den USA.
Mehr als die Hälfte des Landes ist betroffen, Hitze und ausbleibender Regen dezimieren die Mais- und Sojaernte drastisch. Auch die Viehzüchter trifft es hart.
Einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge können etwa deutsche Bauern ihre im heurigen Jahr reiche Ernte zu hohen Preisen abstoßen.
Kurioserweise verdienen aber auch US-Farmer, die unmittelbar von der Dürre betroffen sind, viel Geld.
Und zwar jene, die einen großen Teil ihrer Zeit mit Spekulationen an Terminmärkten verbringen.
Probleme gibt es wiederum für Farmer, die ihre Ernte im Voraus verkauft haben, nun aber nicht liefern können und zu hohen Preisen zukaufen müssen.
Die USA werden momentan von der schwersten Dürre seit mehr als 50 Jahren heimgesucht. Mehr als die Hälfte des Landes ist betroffen - und ein Ende ist nicht in Sicht.
Die Ernteausfälle fallen höher aus, als erwartet. Der Ertrag wird heuer der niedrigste seit 1995 sein.
Für Mais geht das US Departement of Agriculture (USDA) von einer Produktion von 10,8 Milliarden sogenannten Scheffeln aus - das ist der niedrigste Wert seit 2006.
Die Preise für Mais stiegen an der Börse in Chicago auf ein neues Allzeithoch. Auch bei Sojabohnen drohen massive Ernteausfälle.
US-Präsident Barack Obama hat den Kongress aufgefordert, ein Gesetz zum Schutz der Landwirte und Viehzüchter zu verabschieden.
Am schlimmsten ist die Lage im "Corn Belt" ("Maisgürtel", Anm.) im Mittleren Westen, wo der meiste Mais in den USA angebaut wird.
Wegen der Dürre sind bereits 29 der 50 US-Staaten zu Notstandsgebieten erklärt worden. Farmer dort haben Anspruch auf Notkredite, wie Landwirtschaftsminister Tom Vilseck betont.
Es handle sich um "eine sehr schwere Dürre", sagt Vilsack: "Wenn ich ein Regentanz oder ein Regengebet kennen würde - ich würde das anwenden."
Seit 1956 (Archivbild: Salinas/Kalifornien, 1956) sei nicht mehr eine derart große Fläche von anhaltender Trockenheit betroffen worden, heißt es.
Darunter sei der "Corn Belt" mit den Bundesstaaten Illinois, Indiana, Iowa, Nebraska und Minnesota. Aber auch Staaten wie Arkansas, Mississippi, Utah und Wyoming haben zu leiden.
Viele Bauern (wie hier im Bild in Burlington, Wisconsin) ernten, bevor die Trockenheit das Getreide noch mehr schädigt.
Angesichts der Dürre wird nur noch 31 Prozent des US-Maisbestandes auf den Feldern ein guter bis exzellenter Zustand bescheinigt.
Bei Sojabohnen sind es nur 34 Prozent.
Besonders hart trifft es auch die Viehzüchter. (Bild: Ranch in Kalifornien)
Angesichts der Dürre hat die US-Regierung nun geschützte Flächen freigegeben, wo die Farmer nun ihr Vieh grasen lassen und Heu machen dürfen.
Wegen der Trockenheit sind in den USA die Preise für Getreide in die Höhe geschossen.
Ausgetrocknetes Maisfeld in Blair, Nebraska.
(APA/sho)
Erstellt am 19.07.2012, 08:30