René Benko zofft sich mit früherem Top-Berater heftig
Der gestrauchelte Immobilienjongleur René Benko, der seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt, und sein ehemaliger Top-Berater in Handelsfragen, Dieter Berninghaus, werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Denn die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt gegen das Duo seit Längerem wegen der Vergabe einen 16,7 Millionen Euro schweren Kredits, den die Berninghaus-Gesellschaft Sarpis erhalten hat.
Laut WKStA besteht der Verdacht der Untreue zu Lasten der Signa Holding GmbH. Verantwortliche der Signa Holding sollen der Sarpis Holding „ein wirtschaftlich nicht vertretbares Darlehen zu nicht fremdüblichen Konditionen gewährt“ haben. Das Darlehen soll zum Kauf eines Privathauses des damaligen Signa-Beraters in der Schweiz gedient haben.
Benko und Berninghaus beflegeln sich in mehreren Stellungnahmen und Einvernahmen bei der WKStA, vor wenigen Tagen hat Benko auf eine Eingabe von Berninghaus erneut mit einer schriftlichen Äußerung reagiert. Einig sind sie sich nur in einem: Der Geldfluss sei wirtschaftlich vertretbar gewesen, und es liege keine Strafbarkeit vor.
Zentrale Schlüsselfigur
Ansonsten überziehen sich die beiden mit massiven Vorwürfen. „Die Gewährung des untersuchungsgegenständlichen Kredites erfolgte aus dem wirtschaftlich nachvollziehbaren Motiv heraus, Dieter Berninghaus, der eine für die Unternehmensentwicklung zentrale Schlüsselfigur darstellte, zu incentivieren und nachhaltig an die Unternehmensgruppe zu binden“, schreibt Benko in der neuen Eingabe an die WKStA. „Vielmehr beschränkt sich das Vorbringen von Dieter Berninghaus im Wesentlichen darauf, (…) pauschal zu behaupten, dass entgegen dem klaren Wortlaut der einschlägigen Vertragswerke in Wahrheit kein Kreditvertrag zwischen den Parteien vereinbart worden sei, sondern eine vorgezogene Gewinnrealisierung (aus dem Nettoinventarwert), die nicht zurückgezahlt werden muss.“ Nachsatz: „In Anbetracht des Umstandes, dass diese Behauptungen nicht mit den wahren Gegebenheiten in Einklang gebracht werden können, verwundert es nicht, dass Dieter Berninghaus (…) kein einziges Beweismittel vorlegen kann, welches dazu im Stande wäre, seine Behauptungen zu bekräftigen bzw. zu untermauern.“
Durch das Darlehen soll es Berninghaus möglich gewesen sein, so Benko, „die von ihm angestrebte Liquidität zu erlangen, ohne Anteile aus der Phantom-Stock-Beteiligung an der Signa Holding verkaufen zu müssen“. „Damit konnte er ein Maximum an Liquidität generieren und zugleich weiterhin uneingeschränkt an der potenziellen zukünftigen Wertsteigerung der Phantom-Stock-Beteiligung zu 100 Prozent partizipieren“, so der Signa-Gründer. Phantom-Stocks sind virtuelle Aktien, bei denen Mitarbeiter fiktive Geschäftsanteile erhalten, ohne echte Gesellschafter zu werden. Sie bilden die Wertentwicklung eines Unternehmens nach.
Heftiger Konter
„Der Umstand, dass die Nettoinventarwert-Vorauszahlung in Verträge ,gekleidet‘ sind, die sich auf den ersten Blick wie Darlehensverträge lesen, und dass die inkriminierte Auszahlung in Höhe von 16,7 Millionen Euro von der Signa Holding erfolgte, ist alleine von René Benko zu verantworten“, so Berninghaus. „Es passt ins Bild, dass René Benko die gesamte Signa-Gruppe in ein undurchsichtiges Netz von Darlehensbeziehungen verwoben hat, welche sich bedauerlicherweise auf die Sarpis ausweitete, konnten doch so konkrete Liquiditätsabflüsse in der Bilanz wirtschaftlich als Vermögenswerte (Forderungen) ausgewiesen werden.“
Und weiters führt er aus: „Allen Ernstes zu behaupten, dass eine Kreditgewährung anstelle eines hohen Cash-Bonus (...) die Schaffung eines alternativen Management-Incentives für Berninghaus ermöglichte (...), ist völlig realitätsfern und zudem an Dreistigkeit fast nicht mehr zu überbieten.“
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