Letztes Update am 13.04.2012, 12:48
Mega-Projekte sollen Energiehunger stillen.
Ob Solar-, Wasser- oder Windkraftwerke - mit immer größeren Anlagen soll der weltweit steigende Strombedarf gedeckt werden.
Den wachsenden Energiehunger der Weltbevölkerung zu decken - das wird eine der größten Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Milliarden Euro werden in Großprojekte investiert. Ob bereits realisiert, in Bau oder in Planung - KURIER hat sich auf die Suche nach den weltgrößten Anlagen begeben...
SONNE1. ) Mit dem Know-How und der Technologie zweier österreichischer Unternehmen wurde Anfang April 2012 in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad die größte Solaranlage der Welt in Betrieb genommen.
Das Kärntner Unternehmen GREENoneTEC produzierte für 3,6 Mio. Euro 36.000 Quadratmeter Sonnenkollektoren, die an das Klima in Saudi-Arabien angepasst wurden.
2.) Wir bleiben in der Wüste. Ziel von DESERTEC ist es, Strom aus Wind- und Solarenergie in den Wüstengebieten der arabischen Staaten zu produzieren. Diese Energie soll dann lokal genutzt oder nach Europa exportiert werden. (Bild: Anlage in der Negev-Wüste, Israel)
Ein erstes Kraftwerk mit einer Kapazität von 500 Megawatt soll noch heuer in Marokko entstehen. Weitere Anlagen sind in Tunesien und Algerien geplant. In einer zweiten Phase, die 2020 beginnen soll, will die Industrie-Initiative - an der u.a. die deutschen Konzerne Siemens, Eon und RWE beteiligt sind - auch Länder wie Libyen, Ägypten, Syrien, die Türkei und Saudi-Arabien einbeziehen.
3.) Europas größter Solarenergie-Standort ist im September 2011 in Spanien fertiggestellt worden. Ein deutsches Konsortium nahm in der Provinz Granada das Solarthermiekraftwerk Andasol III in Betrieb. Mit nun drei Solarkraftwerken der 50-Megawatt-Klasse ist Andasol jetzt Europas Nummer eins.
Öl und Gas4.) Durch South Stream zwischen Russland und Italien soll Südeuropa ab 2015 mit Erdgas versorgt werden. Das Projekt hat einen geschätzten Wert zwischen 8 und 25 Mrd. Euro. Die geplante Kapazität beträgt 63 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Das sind etwa 35 Prozent des gesamteuropäischen Gasbedarfs. Der Bau soll im Dezember 2012 starten.
5.) Wie der Grafik zu entnehmen ist, wird in der Region an einer zweiten Pipeline gebaut: Über die 3900 Kilometer lange Nabucco-Pipeline soll Erdgas unter Umgehung Russlands etwa aus Aserbaidschan, Kasachstan oder Turkmenistan quer durch die Türkei über Bulgarien, Rumänien und Ungarn zunächst bis nach Österreich gebracht werden. Nach bisherigen Plänen soll von 2015 an Gas vom Kaspischen Meer nach Europa strömen.
6.) Bereits seit November 2011 in Betrieb ist Nord Stream, es gilt als größtes Energieprojekt Europas. Mit der Pipeline kann Russland erstmals unter Umgehung aller Transitländer Erdgas nach Westen pumpen, Start war im November 2011. Deutschland und die EU versprechen sich von der Leitung durch die Ostsee mehr Energiesicherheit.
Russland will am wachsenden Energiehunger der EU kräftig verdienen, besonders nach dem von der Bundesregierung beschlossenen Aus für die Atomkraft. Apropos Nuklearenergie....
ATOMKRAFT7.) Atomstrom erlebt trotz Fukushima eine Renaissance - zumindest in einigen Ländern. So hat im Februar erstmals seit 1978 die zuständige US-Aufsichtsbehörde den Bau von Atomreaktoren erlaubt (Atomkraftwerk Vogtle im Bundesstaat Georgia, siehe Bild).
8.) Auch in Europa planen etliche Länder neue Meiler - darunter Tschechien und Litauen. Deutschland und die Schweiz haben dagegen den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen.
WINDKRAFT9.) In Dänemark ist im September 2011 der weltgrößte Offshore-Windpark in Betrieb genommen worden. Rund 30 Kilometer vor der dänischen Westküste wandeln insgesamt 91 Turbinen der Firma Siemens Windkraft in Strom um...
... Der Windpark erstreckt sich über eine Fläche von rund 35 Quadratkilometern und produziert genug Strom, um den Jahresbedarf von 200.000 Haushalten zu decken. Der Windpark mit dem Namen "Horns Rev 2" kostete rund 469 Mio. Euro und ist der neunte seiner Art in Dänemark.
GEOTHERMIE10.) In Europa sind Island und Italien führend bei Geothermiekraftwerken. Nun plant Großbritannien, Islands Vulkane anzapfen, wie der britische Energieminister Charles Hendry dem Guardian sagte.
Um den Strom von Insel zu Insel transportieren zu können, soll dazu ein bis zu 1500 Kilometer langes Kabel im Nordatlantik verlegt werden.
WASSERKRAFT11.) Der Drei-Schluchten-Staudamm soll als weltgrößtes Wasserkraftwerk den Energiehunger Chinas stillen helfen.
Dafür setzte sich die Regierung über umweltpolitische Einwände gegen das 15 Milliarden Euro teure Projekt hinweg; über 1,4 Millionen Menschen mussten dem 330 Kilometer langen Stausee weichen.
12.) Zuvor was das von Brasilien und Paraguay gemeinsam betriebene Wasserkraftwerk Itaipu die größte Anlage ihrer Art weltweit.
Das 1991 fertiggestellte und 2007 erweiterte Kraftwerk an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay staut den Rio Parana auf einer Länge von 170 Kilometern und einer Breite von 7 bis 12 Kilometern. Der Stausee ist bei maximaler Ausnutzung mehr als zweimal so groß wie der Bodensee. Die Höhe der Staumauer beträgt fast 200 Meter.
(KURIER)
Erstellt am 13.04.2012, 12:22