Letztes Update am 20.04.2012, 16:37
Warum der Stromverbrauch in Österreich weiter steigt.
Bis zu 20 Prozent mehr prognostiziert die Energieagentur. Industrie, High-Tech-Geräte oder E-Mobilität - die Gründe für den Anstieg.
Trotz aller Energiesparmaßnahmen wird der Stromverbrauch in Österreich weiter steigen - laut der Österreichischen Energieagentur um bis zu 20 Prozent. Neue Kraftwerke werden nötig sein, um den höheren Bedarf zu decken.
Worin liegen die Ursachen? Der KURIER fasst die wichtigsten Punkte zusammen...
In der Industrie ist der Stromverbrauch von 1995 bis 2009 von 19 auf 26,7 TWh (Terrawattstunden) gestiegen, um 41 Prozent; zugleich wuchs die reale Bruttowertschöpfung nur um 26 Prozent.
In Gebäuden spielt die Ausstattung eine immer größere Rolle: Für Beleuchtung und...
... technische Geräte ist der Verbrauch dort laut Statistik Austria zwischen 1993 und 2009 um über 20 Prozent auf gut 3,4 TWh gewachsen.
Heizung und Kühlen: Der Strombedarf für Raumwärme und Klimatisierung erhöhte sich im gleichen Zeitraum ebenfalls um mehr als 20 Prozent auf 2,26 TWh.
Beeinflusst wird der Energieverbrauch der Haushalte auch durch den immer größeren Wohnraum. So stieg die Gesamtnutzfläche der Haushalte von 251 Mio. m2 1991 auf über 354 Mio. m2 im Jahr 2009. Pro Haushalt ist das ein Anstieg von 84,4 auf 98,5 m2.
Single-Haushalte: Zusätzlich wuchs durch immer weniger Menschen je Haushalt die Fläche von 32,4 auf 42,4 m2 pro Kopf.
Ferner heizt auch die Änderung der Altersstruktur den Bedarf an: Senioren-Haushalte verbrauchen im Schnitt um 31 Prozent mehr als die übrigen, da sie mehr Zeit zu Hause verbringen und daher Geräte häufiger nutzen; der Anteil über 60-Jähriger an der Bevölkerung dürfte von 2010 bis 2050 von 23 auf 34 Prozent klettern.
Auch die - derzeit noch zaghafte - Einführung von Elektroautos wird langfristig den Stromverbrauch pushen, so die Expertise der Österreichischen Energieagentur.
Vorerst sind in Österreich aber bei rund vier Millionen Pkw gerade mal 800 E-Autos unterwegs (Stand Herbst 2011) - größtenteils als Flottenfahrzeuge von Firmen und Gemeinden. Bis 2020 soll laut Energiestrategie eine Viertel Million erreicht sein.
(APA/sho)
Erstellt am 20.04.2012, 12:26