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Kurier Fotowettbewerb 2014
Ein Stück vom Kuchen für alle - das will Myfoodsharing.at.
Ein Stück vom Kuchen für alle - das will Myfoodsharing.at. - Foto: APA/Uli Deck

Letztes Update am 31.05.2013, 12:28

Food-Sharing startet auch in Österreich. Essen teilen statt wegwerfen: Wer zu viel Lebensmittel im Haus hat, kann sie online verschenken.

Teilen und tauschen statt entsorgen: Das soll künftig vermehrt für Lebensmittel gelten, die nicht verbraucht werden, aber noch genießbar sind. Heute, Freitag, ging die erste heimische Internet-Plattform in Sachen Essen-Teilen online. Myfoodsharing.at ermöglicht die kostenlose Abgabe von Nahrungsmittel. Diese werden derzeit nicht selten weggeworfen: "In Österreich landen jährlich rund 160.000 Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll", betonte Umweltminister Nikolaus Berlakovich bei der Präsentation des Projekts.

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Niki Berlakovich - Foto: KURIER/Christandl
Das Ministerium sowie die Sozialinitiative Wiener Tafel sind Kooperationspartner von Myfoodsharing.at. Betreut wird das Portal vom Verein Foodsharing.de, der in Deutschland Ende vergangenen Jahres ein vergleichbares Projekt ins Leben gerufen hat. Das Konzept stammt vom Autor und Regisseur Valentin Thurn. Er hat 2011 mit seinem Film "Taste The Waste" die weltweite Lebensmittelverschwendung thematisiert (Trailer siehe unten).


Vorbild Deutschland

In Deutschland sind bereits rund 18.000 Menschen auf der Plattform registriert, berichtete Thurn heute bei der Pressekonferenz in Wien. Das nun auch in Österreich angebotene Modell funktioniert nach folgendem Prinzip: Personen, die zu viel eingekauft oder geerntet haben, können sich als Essensteiler anmelden und ihre Lebensmittel-"Körbe" posten - wenn gewünscht auch mit Foto. Interessenten können sich die Ware entweder direkt beim Anbieter abholen oder mit diesem einen Treffpunkt vereinbaren.

Auch ein "FairTeiler", eine Art organisierter Tauschplatz, kann einbezogen werden. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Geschäfte, die einen Lagerraum zur Verfügung stellen, in dem die Lebensmittel bis zur Abholung deponiert werden können. Voraussetzung ist generell: Das Essen darf nichts kosten. "Es wird kein Geld involviert sein", betonte Thurn. Und es gibt auch klare Hygienevorschriften. Gewisse Produkte, etwa solche, in denen rohe Eier oder Fisch verarbeitet wurden, dürfen nicht weitergeschenkt werden.

"Es geht nicht nur um Salatköpfe, wir wollen auch die Köpfe der Menschen verändern", setzt Thurn auf Bewusstseinsbildung. Umweltminister Berlakovich verwies auch auf die finanziellen Auswirkungen des lockeren Umgangs mit Lebensmitteln. Waren im Wert von rund 300 Euro würden pro Jahr und Haushalt weggeworfen: "Das ist bares Geld, das man sich ersparen könnte."

Ganz neu ist das Thema Essenstausch in Österreich jedoch nicht. Seit fast einem halben Jahr existiert auf Facebook die Plattform „Jause Verschenken“. Ebenso wie bei Myfoodsharing.at können hier Facebook-User Lebensmittel, die sie nicht mehr brauchen, anbieten. Gründerin ist die 21-jährige Stephanie Sesser aus Graz: „Ich habe Foodsharing in Deutschland entdeckt und mir gedacht, das brauchen wir auch.“ Derzeit nützen rund 400 User die Plattform. „Und es werden täglich mehr.“

Foodsharing-App

Auch beim diesjährigen Jugend Innovativ, dem alljährlichen Innovationswettbewerb für Schüler vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend und dem  Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur wurde ein Foodsharing-Projekt ausgezeichnet. Obwohl eigentlich nur die ersten drei Plätze ausgezeichnet werden, wurde dieses Jahr auch ein Ehrenpreis an das Team FoodStock der HTL Braunau vergeben. Die iOS-App führt die Idee von FoodSharing.de fort. Anstatt übriggebliebenes Essen wegzuwerfen, kann diese einfach mit Hilfe der App Interessierten aus der näheren Umgebung angeboten oder Hilfsorganisationen gespendet werden. Im Gegensatz zu FoodSharing.de muss dazu aber nicht der Browser geöffnet werden. Alle Funktionen können mit Hilfe der App genutzt werden.

Trailer zu "Taste the Waste"

(APA/ep) Erstellt am 31.05.2013, 12:29

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