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Kölnbreinsperre im Maltatal, Kärnten (Symbolbild): Der Ausbau der Wasserkraft in Österreich schreitet voran.
Kölnbreinsperre im Maltatal, Kärnten (Symbolbild): Der Ausbau der Wasserkraft in Österreich schreitet voran. - Foto: APAunbegrenzt verfuegbar

Letztes Update am 07.03.2013, 14:39

Größtes Laufwasserkraftwerk entsteht am Inn. Das 400 Mio. Euro teure Inn-Kraftwerk soll 2018 in Betrieb gehen und ein Zehntel der heimischen Wasserkraftziele abdecken.

Das geplante, rund 400 Mio. Euro teure Projekt "Gemeinschaftskraftwerk Inn" (GKI) von Verbund, Tiroler Wasserkraft AG (Tiwag) und der Schweizer Engadiner Kraftwerke AG soll im Jahr 2018 in Betrieb gehen.

Im Jahr 2014 werden die Bauarbeiten beginnen, kündigten die Kraftwerksbetreiber am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Bürgermeistern der Anrainergemeinden im Tiroler Mils (Bezirk Imst) an.


90.000 Haushalte werden mit Strom versorgt

Das Gemeinschaftskraftwerk an der schweizerisch-österreichischen Grenze im Tiroler Oberinntal (Bezirk Landeck) bei Prutz werde das "größte Laufwasserkraftwerk Österreichs", erklärte Verbund-Vorstandsdirektor Karl Heinz Gruber. Rund 200.000 Menschen würden durch das Kraftwerk mit heimischem Wasserkraftstrom versorgt, die Gesamtwertschöpfung liege bei rund 500 Mio. Euro, meinte Gruber. 50 bis 70 Prozent davon werden laut dem Vorstandsdirektor in Österreich verbleiben.

In Kooperation mit der Schweiz

"Das Gemeinschaftskraftwerk Inn wird mit seinen 414 Millionen Kilowattstunden im Jahr rund ein Zehntel der für Österreich vorgesehenen Wasserkraftziele abdecken", sagte Gruber. Rund 90.000 Haushalte würden von dieser sicheren Energieversorgung profitieren, 14 Prozent davon in der Schweiz.

Vergleich: Ausgewählte Wasserkraftwerke der Erde
Talsperre Nennleistung Fertigstellung Staat Fluss
Drei Schluchten 18.200 MW 2008 China Jangtsekiang
Itaipu 14.000 MW 1983 Brasilien, Paraguay Rio Parana
Belo Monte 11.000 MW in Bau Brasilien Xingu
Malta-Hauptstufe 730 MW 1979 Österreich Lieser, Malta

Die Verantwortlichen betonten zudem, dass es sich um ein "ökologisch tolles Projekt" handle. Im Vergleich zu einem kalorischen Kraftwerk spare das GKI jährlich 322.000 Tonnen Kohlendioxid, 180 Tonnen Stickoxide, 1168 Tonnen Schwefeldioxid und acht Tonnen Staub ein. Laut den Betreibern verdopple sich mit dem Kraftwerk die Mindestwassermenge von aktuell 2,7 auf 5,5 Kubikmeter pro Sekunde. Die Schwallsituation werde im Winter vollkommen ausgeglichen und im Sommer maßgeblich reduziert, dies wirke sich positiv auf Kleinstlebewesen und Fische aus, hieße es.

Vorstandsdirektor Gruber erklärte, dass das zweistaatliche Projekt in der Planungsphase aufgrund der technischen Komplexität "ihresgleichen gesucht" habe. "Wir haben auch eine sehr ausführliche Alternativenprüfung durchgeführt. Unter anderem wurde eine Mehrstufenlösung, also mehrere Flusskraftwerke hintereinander, angedacht", sagte GKI-Geschäftsführer Peter Loidl. Auch habe es berechtigte Bedenken in den Anrainergemeinden gegeben, letztlich habe es sich um ein "langwieriges, komplexes Verfahren" gehandelt.

Der Umweltsenat in Wien hatte Mitte Dezember 2012 grünes Licht für das Gemeinschaftskraftwerk gegeben. Das GKI ist ein gemeinschaftliches Projekt von Verbund (50 Prozent), Tiwag (36 Prozent) und der Engadiner Kraftwerke AG (14 Prozent).


Grafik

Wasserkraftwerk

(APA/sho) Erstellt am 07.03.2013, 14:41

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