Marktplatz China verhindert Tiananmen-Gedenken Diskussion Weitere Artikel Letztes Update am 05.06.2012, 11:24 Bildergallerie drucken An Instapaper senden China verhindert Tiananmen-Gedenken. Die Polizei ließ hunderte Kritiker nicht nach Peking. in Hongkong gingen bis zu 150.000 Menschen auf die Straße. Vollbild Zurück Bild von / Weiter Schliessen Vollbild Die chinesischen Behörden haben am Montag wieder einmal mit harten Sicherheitsmaßnahmen ein öffentliches Gedenken an die Niederschlagung der Proteste auf dem Tiananmen-Platz in Peking vor nunmehr 23 Jahren verhindert. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden hunderte Regierungskritiker aus der Hauptstadt abtransportiert. China zeigte sich verärgert über die Aufforderung der US-Regierung, alle noch inhaftierten Teilnehmer an den Protesten von 1989 freizulassen. Wie der Aktivist Zhou Jinxia der Nachrichtenagentur AFP sagte, waren bereits am Samstag zwischen 600 und 1000 Demokratieaktivisten aus dem ganzen Land am Pekinger Südbahnhof angekommen. Sie wurden demnach jedoch von der Polizei gestoppt und mit Bussen zurück in ihre Heimatstädte gebracht. Dennoch gelang es am Samstag mehr als 80 Bürgerrechtsaktivisten, mit Bannern auf einem Platz in Peking zu demonstrieren. In Sprechchören forderten sie die Rehabilitierung der Demokratiebewegung von 1989 und das Ende der Korruption. Die einzige genehmigte Gedenkveranstaltung auf chinesischem Boden sollte es am Montagabend in der früheren britischen Kronkolonie Hongkong geben. Hongkong war bis 1997 britische Kronkolonie und gehört seitdem als Sonderverwaltungsgebiet zur Volksrepublik China, das über Meinungs- und Versammlungsfreiheit verfügt. Die Veranstalter rechneten mit 150.000 Teilnehmern. Familien der Opfer und Dissidenten fordern, die Niederschlagung der Demokratiebewegung gerecht aufzuarbeiten. Im Vorfeld des Jahrestages am Montag gab es Protestaktionen und Festnahmen. Das "Mütter von Tiananmen" genannte Netzwerk der Angehörigen verlangte die Bestrafung der Verantwortlichen des brutalen Militäreinsatzes in der Nacht zum 4. Juni 1989 und ... ... Entschädigungen für die Opfer. Menschenrechtsgruppen appellierten an Chinas Führung, sich den "schlimmen Fehlern" ihrer Geschichte zu stellen. Auf dem Tiananmen-Platz hatten Studierende, Menschenrechtsaktivisten und Arbeiter im Frühjahr 1989 für mehr Demokratie demonstriert. Die Regierung ließ die Kundgebungen blutig niederschlagen, dabei wurden hunderte, möglicherweise sogar tausende Menschen getötet. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Liu Weimin, verwahrte sich gegen eine Einmischung der USA "in die inneren Angelegenheiten Chinas und unbegründete Beschuldigungen gegen die chinesische Regierung". Zu den Ereignissen auf dem Tiananmen-Platz seien Regierung und Partei zu "sehr klaren Schlussfolgerungen" gekommen. Nach offizieller Lesart handelt es sich bei der Protestbewegung um einen "konterrevolutionären Aufstand". US-Außenamtssprecher Mark Toner hatte Peking zuvor aufgefordert, alle diejenigen freizulassen, die wegen ihrer Beteiligung an den damaligen Protesten noch immer inhaftiert seien. (apa/jom) Erstellt am 04.06.2012, 14:51 Diskussion Kommentare aktualisieren Weitere Artikel zum Thema Politik Selbstverbrennung am Tiananmen-Platz Erstmals seit über zehn Jahren hat sich am Pekinger Platz des Himmlischen Friedens ein Mann angezündet - angeblich aus Protest gegen ein Urteil. China Peking warnt die EU vor einem Handelskrieg China reagiert scharf auf die jüngsten handelspolitischen Schritte der Kommission. Marktplatz Die Mütter von Tiananmen Schwerpunkt: China (Teil 5) Ding Zilin hat bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung ihren Sohn verloren. China Steuerreform soll Aufstand abwenden Armut, Superreichtum und Korruption: Die Kluft zwischen Millionen Armen und dem Luxus der Eliten wächst. China Gesucht: Ideale Schwiegertochter Mehr als 200 Millionen chinesische Singles sollen unter die Haube, Eltern suchen auf dem Heiratsmarkt.
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