Magna will künftig in Graz 8000 Mitarbeiter beschäftigen

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Foto: Magna/www.magna.com / Mini Countryman Produktion Die Produktion des Mini Countryman in Graz läuft heuer aus

Nach Umschulungen und mit Neuaufträgen soll in zwei Jahren in Graz ein Beschäftigungsrekord erzielt werden.

Der kanadische Autozulieferer Magna hat große Zukunftspläne für sein Auto-Werk in Graz. "Es ist noch etwas zu früh, aber es kommt ein sehr großer Auftrag herein", sagt ein Insider zum KURIER. "Es ist ein wirklich schönes Projekt, die Verträge stehen schon." Dieser neue Auftrag umfasst die Produktion eines sportlichen Geländefahrzeugs (SUV) mit einer sehr innovativen Antriebstechnologie. Laut Branchenkreisen kommt der Auftrag von einem europäischen Autokonzern, der nicht aus Deutschland stammt. Im März soll der Deal offiziell bekannt gegeben werden, die Produktion soll 2018 starten. In den Monaten davor werden die Vorbereitungen für diese Produktion bereits auf Hochtouren laufen.

Doch bis dahin muss Magna Steyr noch einige Hausaufgaben machen. Im Grazer Werk werden heute 5645 Personen beschäftigt, davon sind 381 Leiharbeiter und rund 2000 Angestellte. Die "Talsohle beim Personalstand" wird aber erst im heurigen September bzw. Oktober mit rund 4500 Mitarbeitern erreicht.

Große Umschulung

Rund 1100 Mitarbeiter aus Graz werden in der Outplacement-Stiftung "Wirtschaftsoffensive WOF" zwischengeparkt, die auch Mitarbeiter anderer Firmen aufnimmt. Über die Stiftung werden die Magna-Leute zum Beispiel zu Mechatronikern oder Lackierern umgeschult. Vor allem für angelernte Arbeitskräfte bietet die Stiftung die Chance, eine Facharbeiter-Ausbildung abzuschließen. Bis zu 17 Millionen Euro sollen in die Stiftung fließen. Die Hauptlast (nur für die Magna-Mitarbeiter) trägt der Zuliefer-Konzern, den Rest teilen sich das AMS und das Land Steiermark.

Sinnvolle Lösung

"Die Leute sollen nur ein gutes Jahr in der Stiftung bleiben. Magna ist großzügig und trägt Millionen dazu bei", sagt Hubert Holzapfel, Landessekretär der Produktionsgewerkschaft Proge in der Steiermark, zum KURIER. "Es ist eine sinnvolle Lösung, die Leute in einer Stiftung zwischenzuparken und sie zu Fachkräften auszubilden. Diese werden überall gesucht." Nachsatz: "Die betroffenen Mitarbeiter werden von Magna aber eine Wiedereinstellungszusage erhalten." Ohne Stiftung wären die betroffenen Mitarbeiter arbeitslos und die öffentliche Hand müsste die Kosten zu hundert Prozent tragen.

Mindestens 2500 neue Jobs

Der kanadische Konzern, der heuer weltweit bis zu zwei Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) und in zwei Jahren bis zu 5,8 Milliarden Dollar (5,23 Milliarden Euro) Umsatz alleine mit dem Zusammenbau von Fahrzeugen ("Light Vehicles") erwirtschaften will, wird groß in den Standort Graz investieren. "Es stimmt, dass Magna 2018 eine Rekordbeschäftigung in Graz anpeilt", sagt Gewerkschafter Holzapfel. "Rund 8000 Mitarbeiter sollen dann beschäftigt werden." Insider rechnen damit, dass zumindest 2500 neue Arbeitsplätze in der steirischen Landeshauptstadt geschaffen werden – im besten Fall sogar bis zu 3500 Jobs.

Heuer läuft in Graz die Produktion des Mini Countryman aus. Ab 2017 wird Magna BMW der 5er-Serie und Jaguar Land Rover bauen.

Auch die Fertigung des Geländewagens Mercedes G lässt die Kasse klingeln. Die Nachfrage ist weiterhin stark. Die Baisversion kostet heute knapp 120.000 Euro. "Es gibt davon aber Luxus-Ausführungen mit drei Achsen, die 450.000 Euro und mehr kosten", sagt ein Insider. "Die werden vor allem nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Emirate geliefert."

Magna unterhält hierzulande Headoffices in Graz und Wien sowie Werke in Graz, Lannach, in der Region Weiz, in Ilz, Albersdorf und in St. Valentin mit insgesamt 11.900 Mitarbeitern.  Weltweit hat Magna laut Homepage 139.000 Mitarbeiter. Der Konzern will heuer einen Gesamtumsatz von umgerechnet 31,18 Milliarden bis 32,71 Milliarden Euro erzielen.

(kurier) Erstellt am
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