Letztes Update am 25.04.2012, 16:45
Die AUA-Mitarbeiter beweisen Verantwortung – jetzt ist die Lufthansa dran.
Der Konflikt war für österreichische Verhältnisse ungewohnt heftig. Es kommt in der Tradition der Sozialpartnerschaft nicht alle Tage vor, dass Kollektivverträge gekündigt werden. Auch wenn sich beide Seiten die eine oder andere Eskalation hätten sparen können, das Ergebnis zählt.
Die AUA-Belegschaft wird das durchaus schmerzhafte Sparpaket mit größter Wahrscheinlichkeit absegnen und beweist Verantwortung für das Unternehmen und den Standort. Nun muss aber auch die Mutter Lufthansa ihren Teil beitragen und ihrer österreichischen Tochter innerhalb des Konzerns eine Vorwärts-Strategie und eine Wachstumsperspektive geben. Schließlich haben die Deutschen die AUA zum Schnäppchenpreis samt 500 Millionen Euro Staatshilfe bekommen. Dass man einen Sanierungsfall eingekauft hat, wusste die Lufthansa sehr genau. Die Mitarbeiter haben jetzt das dritte Sparpaket zu verdauen. In zwei Jahren wieder zu sagen, war halt doch zu wenig und die Gehälter müssen nochmals runter, wäre unseriös. Eine offene Rechnung hat übrigens noch die Regierung einzulösen. Es kann nicht sein, dass alle nachlassen und der Staat bei den Gebühren, vor allem der Ticketsteuer, ungerührt weiter abkassiert.
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