Letztes Update am 04.06.2012, 11:17
Ketchup: Ende der Sauerei.
Ein Forscherteam des MIT hat eine neue Beschichtung erdacht, die Ketchup rückstandslos und leicht aus der Flasche gleiten lässt.
Ketchup ist eine thixotrope Flüssigkeit. Soll heißen: Führt man der Flüssigkeit Energie zu – etwa durch Schütteln – wird sie flüssiger. Nach einiger Zeit in Ruhe steigt die Viskosität wieder an – das Ketchup wird wieder dickflüssig.
In der Theorie hieße das: Ketchup schütteln, Flasche öffnen und sanft gleitet einem der rote Inhalt entgegen. Die Praxis sieht anders aus: Da wird auf Ketchupflaschenböden eingedroschen, sodass sich die Sauce schwallartig über dem Essen und den Tellerrand hinaus ergießt.
Weiche Kunststoff-Flaschen werden beherzt gewürgt eh sich ihr Inhalt – oft begleitet von unappetitlichen Nebengeräuschen – sprühartig in feinen Tropfen auf Teller, Essen, Tisch und Kleidung verteilt.
Kurzum: Seit über einem halben Jahrhundert fliegt der Mensch ins All, eine vernünftige Lösung, Ketchup aus seinem Behältnis zu befreien, gab es bislang nicht.
(Bild: Uli Hoeness, Präsident von Bayern München)
Bislang: Denn Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine Beschichtung entwickelt, die das rückstandslose Ausgießen von Ketchup und anderen Substanzen aus ihren Behältern ermöglichen soll.
LiquiGlide ist "eine Art von strukturierter Flüssigkeit", die sich auf verschiedenen Materialien – von Glas über Plastik und Metall hin zu Keramik - auftragen lässt, so Forschungsleiter David Smith.
Auf dem damit aufgetragenen Schmierfilm gleitet das Ketchup nach leichtem Drehimpuls (Bild).
In der Flasche bleiben kaum Rückstände zurück – nach Berechnungen des Entwickler-Teams würden durch LiquiGlide rund 500 Tonnen Lebensmittel in Form von Rückständen in Flaschen weniger auf dem Müll landen.
Zudem würde man damit 25.000 Tonnen Kunststoff einsparen können. Denn weiche Kunststoffflaschen benötigen einen größeren Deckel.
Ursprünglich waren die Forscher auf der Suche nach einem Mittel gegen Vereisungen und Verschmutzungen von Autoscheiben, kamen dann aber auf die Idee, ihre Technologie mit Essensverpackungen zu testen.
Die Inhaltsstoffe von LiquiGlide sollen für den Verzehr absolut unbedenklich sein – "keine Nanopartikel über die man sich sorgen müsste", heißt es auf der Homepage von LiquiGlide.
Demovideos finden Sie HIER.
(kurier)
Erstellt am 04.06.2012, 11:10