Letztes Update am 14.04.2012, 11:14
Der Streit um die Herkunftsbezeichnung von Lebensmitteln zählt zu den heiklen Themen der EU-Politik.
Champagner“, „Karlsbader Oblaten“ oder „Budweiser“-Bier: Die EU hat Regeln für besonders traditionelle Herkunftsbezeichnungen beschlossen. Bis März 2012 wurden EU-weit 1092 Lebensmittel als geschützt registriert, davon 14 in Österreich. EU-intern mussten zuletzt die Finnen klein beigeben: Seit dem Vorjahr dürfen sie keine Spirituosen mehr als „Cognac“ vermarkten. Dieser Name steht nur den Produzenten der südwestfranzösischen Region von Bordeaux zu. Vor vier Jahren sprach Brüssel zwischen Polen und der Slowakei ein Machtwort: Die Polen sicherten sich das Markenrecht um die Schafskäse-Sorte „Oscypek“.
Heftig war der Streit Deutschland – Tschechien um die „Karlsbader Oblaten“: Sudetendeutsche Vertriebene hatten das Rezept auf der Flucht nach Bayern mitgebracht. Die Tschechen ließen diese „Karlovarské oplatky“ 2011 zum großen Ärger von CSU-Politikern registrieren. Auch von außen wird der Markenstreit immer wieder in die EU getragen: Das „Budweiser“-Bier wurde 2009 gegen US-Konkurrenten geschützt. 2010 mussten die USA im Streit um den Schutz des „Champagners“ nachgeben. Auch das Schweizer Dorf Champagne im Kanton Waadt darf den Dorfnamen nicht mehr für seine Weine verwenden. Auch aktuell geht es für die Schweizer um die Wurst: So soll die EU u. a. die „Glarner Kalberwurst“ anerkennen – im Gegenzug sollen in der Schweiz 192 weitere Herkunftsbezeichnungen aus der EU geschützt werden.
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