Letztes Update am 12.07.2012, 12:24
Edle Anlage oder teurer Klunker?.
Experten sehen für Diamanten eine rosige Zukunft. Die Nachfrage soll sich bis ins Jahr 2020 verdoppeln, Preissprünge sind zu erwarten.
Weltweit wird die Nachfrage nach Diamanten laut Schätzungen jährlich um sechs Prozent steigen. Das Angebot soll dagegen nur um 2,8 Prozent zulegen. Als Folge sollen die Preise anziehen. Die Frage, ob sich Diamanten als Anlageform eignen, drängt sich auf.
Der "Rosa Marsmensch" hat im Mai alle Erwartungen übertroffen.
Der zwölf Karat schwere Diamant hat bei einer Auktion bei Christie`s das Doppelte seines Schätzwerts erzielt.
Auf sieben Millionen Euro wurde der Klunker im Vorfeld geschätzt, für rund 14 Millionen Euro ging er an den neuen, anonymen Besitzer.
Der "Pink Martian" ist der größte rosafarbene Diamant, der jemals versteigert wurde.
Diamanten stehen laut Expertenmeinung generell vor einer rosigen Zukunft.
Die Nachfrage soll sich bis zum Jahr 2020 verdoppeln, mangels Angebot sollen die Preise in die Höhe schnellen, so die Prognosen der Kanzlei Bain & Company für das Antwerpener Welt-Diamanten-Zentrum (AWDC).
Vor allem die aufstrebende Mittelschicht in Indien und China giert demnach nach den Edelsteinen.
Vorerst bleiben die USA mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent der Absatzmarkt Nummer eins.
Bis 2020 könnten China und Indien aber auf gleichziehen.(Bild: Der Perlenteppich von Baroda ist mit Diamanten, Saphiren, Rubinen und über 500.000 Perlen geschmückt.)
Weltweit wird die Nachfrage nach Diamanten jährlich um sechs Prozent steigen, so die Schätzungen.
Das Angebot dürfte der Studie zufolge dagegen nur um 2,8 Prozent zulegen.(Bild: Ungeschliffene Diamanten.)
In der Folge erwarten Experten speziell für große Diamanten einen Preissprung.
Heuer wird ein Preissprung – in US-Dollar – von sieben Prozent erwartet.(Bild: Mit Diamanten besetzte Waffen, beschlagnahmt in Mexiko.)
Allerdings: Der Diamant-Preis ist kein freier Marktpreis, sondern zu einem Teil durch das Diamanten-Syndikat geregelt.
Vor allem De Beers beherrscht den Markt.
In Zeiten schwacher Nachfrage hält der weltgrößte Diamantenhändler das Angebot knapp und sorgt so für eine Preisstabilisierung.
Steigt die Nachfrage, so werden die Lager zu erhöhten Preisen abgebaut. Der Verbraucher nimmt an diesen Preisentwicklungen nicht teil.
Über 100 Jahre lang hielt das Unternehmen das Monopol für den Diamanthandel in seiner Hand.
Mittlerweile hält der Konzern nur mehr rund ein Drittel der Weltproduktion von Rohdiamanten.
De Beers hat seinen Sitz in Luxemburg, die Geschäfte leitet die Firma von London und Johannesburg aus, ab Ende 2013 dann in Botswanas Hauptstadt Gaborone.(Bild: Illegale Mine in Bolivar, Venezuela.)
Wer sein Geld in Diamanten investieren will, sollte unbedingt zu einem Edelstein greifen, der von international anerkannten Gutachtern zertifiziert wurde.
„Der Wert eines Diamanten ergibt sich aus den vier Cs“, erklärt Diamantenexpertin Susanne Forstinger, Eigentümerin der Juwelierkette Fabrini:
"Carat, Cut, Colour und Clarity." Sprich: Gewicht, Schliff, Farbe und Reinheit.
Wer einen Diamanten kauft, sollte diese vier Punkte in einem Zertifikat einer anerkannten Organisation – zum Beispiel GIA, HRD oder IGI – dokumentiert haben.(Bild: Golfball mit Diamanten besetzt.)
"Dazu werden Diamanten in ein versiegeltes Safety Case eingeschweißt und sollten keinesfalls herausgenommen werden", erklärt Forstinger.
Sie rät vor allem zum Kauf von 1- und 2-Karätern, die in guten Qualitäten rund 30.000 Euro kosten.
"Ein 3- oder 4-Karäter mit guter Qualität kostet bis zu 200.000 Euro. Diesen wieder zu veräußern, ist nicht ganz einfach."(Bild: Diamantring mit fünf Karat.)
Generell kann die Suche nach einem Käufer abseits eines Juweliers schwierig werden – vor allem in Krisenzeiten.
Und selbst dann ist nicht garantiert, dass man den vollen tatsächlichen Marktpreis für seine Steine erhält.
Als sichere Anlage, wie etwa Gold, kann man Diamanten also nicht werten.(Bild: Ein Juwelier arbeitet am FIFA 2010 World Cup Ring.)
Prinzipiell gilt: Besser ein kleiner Stein in guter Qualität als ein großer Stein in schlechter Qualität.
Hohe Renditen darf man bei Diamanten nicht erwarten – hierfür sind Sachwerte generell wenig geeignet.
Wer in Diamanten investieren will, kann dies auch über einen Fonds tun – etwa den börsennotierten Diamond Circle Capital (ISIN: IM00B1Y64R53). Allerdings lief dessen Performance lange Zeit dürftig. Zwischen 2009 und 2012 konnte der Fonds keinen Kursgewinn erzielen. Erst in jüngster Zeit legte er zu.
(KURIER)
Erstellt am 10.07.2012, 12:11