Deutsche Konzerne im Hacker-Visier

Fusion von EADS mit BAE gescheitert
Foto: AP/Clemens Bilan Der Angriff auf EADS war so gravierend, dass die deutsche Regierung verständigt wurde.

EADS, ThyssenKrupp, Bayer und IBM waren Cyberattacken aus China ausgesetzt.

Facebook, Twitter, Apple, Microsoft – sie alle wurden in jüngster Zeit Ziele von massiven Hackerangriffen. Und auch deutsche Großunternehmen sind zunehmend von Cyberattacken aus China betroffen. Vor einigen Monaten habe es eine „bemerkenswerte“ Attacke auf den europäischen Rüstungs-, Luftfahrt- und Raumfahrtkonzern EADS gegeben, berichtet der „Spiegel“. Das Unternehmen bestätigte einen „Standardangriff“ - dem Bericht zufolge war der Vorgang aber so schwerwiegend, dass EADS die Bundesregierung darüber informierte.

Ziel eines „massiven“ Angriffs „besonderer Qualität“ war laut Spiegel auch ThyssenKrupp. Der Stahlkonzern teilte mit, die Attacke sei auf die USA beschränkt gewesen, die Adressen der Täter seien chinesisch gewesen. Unklar sei allerdings, ob und welche Daten die Angreifer kopiert hätten. Wie ThyssenKrupp soll es auch Bayer und IBM ergangen sein.

Der Spiegel berichtet weiter, der deutsche Verfassungsschutz habe im vergangenen Jahr fast 1100 Hackerangriffe ausländischer Nachrichtendienste registriert. Ziele waren vor allem das Bundeskanzleramt, das Auswärtige Amt sowie das Bundeswirtschaftsministerium. Besonders stark seien die Angriffe im Vorfeld des G-20-Gipfels auf Mitglieder der deutschen Delegation gewesen. Der Focus schrieb am Sonntag von mehr als 1000 digitalen Angriffen aus China.

Meldepflicht soll kommen

Hacker-Angriffe werden von Firmen nur selten öffentlich gemacht – das soll sich nun ändern.  Deutschlands Innenminister Hans-Peter Friedrich plant, mit dem neuen IT-Sicherheitsgesetz Unternehmen zur Meldung von Hacker-Angriffen zu verpflichten. Auch die EU-Kommission will eine Meldepflicht für einzelne Branchen einführen.

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(apa / aho ) Erstellt am
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