Sex und Eierbecher im Show-Krankenhaus

WETTEN, DASS..?
Foto: APA/ZDF/SASCHA BAUMANN Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence und Liam Hemsworth mussten Kuchen verzieren und servieren

Guido Tartarotti über die vorletzte „Wetten, dass…?“-Show, live aus der Grazer Stadthalle.

Wie kleidet man sich korrekt zu „Wetten, dass…?“? Den Besuchern der Show nach zu schließen, die zum Teil schon Stunden vor Beginn vor der Grazer Stadthalle warten, ist die alte deutsche Gottschalk-Schrillheit mit dem Wechsel auf Markus Lanz endgültig der neuen Mainzer Strenge gewichen. Zwar sieht man ab und zu noch ein augenentzündungsfarbenes Thomas-Gottschalk-Gedächtnishemd, aber viele Herren hüllen sich wie auch Lanz in ZDF-Moderatoren-Arbeitskleidung: Streng sitzende, schmale Anzüge, die dem Träger exakt zu jenem Gesichtsausdruck der inneren Verkniffenheit verhelfen, der im Zweiten Deutschen Fernsehen als seriös gilt.

Das Publikum teilt sich textilmäßig in drei Fraktionen: Erstens, die Gabalierfans in Gabalierfan-Uniform (Lederhose – die großen Söhne; Dirndl – die „Dirndln“). Zweitens, die One-Direction-Fans, nette, aufgeregte Mädchen, gehüllt in enge Hosen und zwei Kilo Makeup, für beides ein paar Jahre zu jung, sich an selbstgebastelten Schildern mit Sprüchen wie „Niall you rock“ festhaltend (One Direction sind übrigens urmegasuper, ich muss das sagen, sonst verstößt mich meine Tochter).
Und drittens natürlich die Mitgenommenen bzw. Mitnehmer, die auf die beiden anderen Fraktionen aufpassen und sich nach Kräften bemühen, so auszusehen, als seien sie gar nicht da. (Und ja, natürlich, es gibt auch viertens und vor allem die ganz normalen Besucher, die noch einmal „Wetten, dass…?“ sehen wollen wie ein aussterbendes Tier, bevor es ausgestopft wird und als Staubfänger ins Naturkundemuseum muss.)

Beim ersten Blick in die Halle denkt man, man sei in einer bizarren Parallelwelt gelandet (ein Eindruck, der sich durchaus bestätigen wird): Die Bühne ist so absurd und lächerlich groß, kein Wunder, dass alle Besucher als erstes einmal die Bühne fotografieren. Warum sie so groß ist, wird auch sofort klar: Unfassbar viele Menschen mit an ihnen hängenden „Ich bin wichtig“- (weil vom ZDF) bzw. „Ich bin nicht ganz so wichtig“- (weil vom ORF) -Spezialausweisen rennen von A nach B und schauen dabei auf ihre Schreibblöcke. Die brauchen einfach Platz! Vermutlich ist es von entscheidender Bedeutung für die Show, dass eine halbe Stunde vor ihrem Beginn möglichst viele Menschen auf ihre Schreibblöcke schauen.

Wetten, dass  - aus Graz Foto: der Plankenauer/Mag.Plankenauer Dann kommt ein sogenannter Einpeitscher, ein Komödiant, der die Leute in Stimmung bringen soll. Er tut dies, indem er in 15 Minuten Redezeit versucht, mehr als 500 Mal die Formulierung „Meine Damen und Herren“ unterzubringen (möglicherweise ist das schon eine Wette). Jedenfalls trainiert er mit seinen Damen und Herren, angesichts des Begriffes Markus Lanz „komplett auszurasten“. Dann sagt er „Markus Lanz“, und nichts passiert. Möglicherweise liegt das an der Sprachbarriere: Ausrasten heißt in Graz etwas anderes als in, sagen wir, Krefeld oder Rostock.

Zu seiner Unterstützung kommt jetzt Lanz selbst auf die Bühne und schärft den Damen und Herren des Einpeitschers ein: Wenn er dann in wenigen Minuten beim offiziellen Beginn auf die Bühne komme, erwarte er hemmungslosen Jubel, der – und das sei ganz wichtig! – nicht nachlassen dürfe, auch wenn er, Lanz, dann mit bescheidenen Gesten um das Nachlassen des Applauses bitte. „Gehen Sie ekstatisch grazerisch aus sich heraus!“

Dann wird noch ein gut gefönter Wolfgang aus Villach ausgesucht, später das ganz spontane Opfer für Toni Garrns Wettschuldeinlösung (jemandem aus dem Publikum die Haare schneiden) zu spielen. Wolfgang muss diverse Einverständniserklärungen unterschreiben, und die Grazer Damen und Herren haben viel Spaß angesichts des Begriffs „Villach“.

Der Einpeitscher erklärt seinen Damen und Herren noch: Im Falle eines Feuers und im Falle von Harndrang – einfach sitzen bleiben.

„Wetten, dass…?“ beginnt erst in 15 Minuten und dauert jetzt schon zu lang.

AUSTRIA GERMANY TELEVISION Foto: APA/EPA/ERWIN SCHERIAU Die Sendung beginnt tatsächlich auch in der Halle mit der Eurovisions-Hymne, was beinahe etwas Rührendes hat. Dann öffnet sich die Kulissenwand, und statt Lanz steht Andreas Gabalier auf der Showtreppe und singt „A Liad fia di“. Wie so oft ist das ein leeres Versprechen, denn er singt nicht nur ein Lied, sondern später noch eines. Dann sieht man die Band – und am Klavier sitzt Markus Lanz. Und das ist, fast ist es einem peinlich, es zuzugeben, ein ziemlich guter Einstieg. Eitel natürlich, aber witzig und effektvoll.

An dieser Stelle, damit wir das Lied nicht hören müssen, ist vielleicht die passende Gelegenheit, etwas zu besprechen: „Wetten, dass…?“ sieht in echt, wie wir Österreicher sagen, ganz anders aus als im Fernsehen. Erstens sieht man fast nichts, weil auf der Bühne so viele Kameraleute, Techniker, Regisseure, Regieassistenten, Regieassistentenassistenten herumwuseln und wichtig sind (und die Vidiwall wird so gut wie nie eingesetzt). Zweitens sind die Wetten, so man sie denn sieht, in echt viel, viel spannender als im Fernsehen. Drittens wirken die Interviews, wenn man merkt, dass das echte Menschen sind, die sich hier vor Peinlichkeit winden, und nicht nur Fernseh-Avatare, in echt noch viel unangenehmer. Interessant ist auch, wie laut hinter der Bühne herumgepoltert wird. Es klingt, als würde der Baggerwettenwetter im letzten Moment seine Wette zusammenbauen.

So, das hätten wir besprochen, und Gabalier hat jetzt auch mit dem Singen aufgehört.

WETTEN, DASS..? Foto: APA/ZDF/SASCHA BAUMANN Mirjam Weichselbraun, Moderatorin der berüchtigten, weil meist besonders faden Stadtwette, kommt herein, sieht geradezu absurd gut aus und neckt Gabalier mit einer zwischen die Augen gezielten Pointe bezüglich der „großen Töchter“. Die durch die Buchstaben „CW“ auf den Wangen gekennzeichneten Conchita-Wurst-Fans applaudieren besonders laut, und Gabalier beginnt, heftig zu schwitzen.

Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence und Liam Hemsworth aus dem Film „Die Tribute von Panem“ treten auf, werden von der Hälfte der Damen und Herren bejubelt und von der anderen Hälfte nicht gekannt. Jennifer Lawrence erklärt, ihr Hund sei ein Fan der Gruppe One Direction, weil er ähnlich singe, und die One-Direction-Fans im Publikum wissen nicht, ob sie jetzt kreischen oder buhen sollen.

Lanz stellt  Fragen bezüglich Kuss-Szenen, auf der Couch macht sich peinliches Schweigen breit, Mirjam Weichselbraun – in einer Mischung aus Mitleid und Grausamkeit – versucht, Lanz die Sendung zu entführen und die Gespräche zu übernehmen, scheitert aber an Lanzens unbeirrbarer Fröhlichkeit.

Lanz sagt zu Hemsworth: „Was kaum jemand weiß, deine Mutter, Liam, ist Lehrerin.“ Was Lanz offenbar nicht weiß: Die Information interessiert auch kaum jemanden. Von diesem Moment an vergehen noch 45 Sekunden, und das Gespräch dreht sich um Geschlechtskrankheiten. Sexier wird die Show nicht mehr, auch nicht bei Gabaliers Eierbecher ganz am Ende.

Die Show in Bildern

Die Stars
Wie immer bei "Wetten, dass..?" wurden auch wieder Hollywood-Stars herangekarrt. In Graz waren das Jennifer Lawrence, Liam Hemsworth und Hugh Grant. Der ebenfalls geladene Josh Hutcherson musste krankheitsbedingt absagen. Krank war auch Jennifer Lawrence, zumindest sagte sie das - und Lanz durfte sie busseln und nicht angreifen. Sie und Hemsworth waren die Wettpaten bei der Bierkisten-Salto-Wette (mehr zu den Wetten weiter hinten, Anm.) und verloren. Als Strafe mussten sie anschließend Kuchen verzieren. Und dann natürlich an das Saalpublikum verteilen. Hugh Grant erwischte es da schlimmer. Er musste für seine verlorene Wette eine ordentliche Portion Kren essen. Andreas Gabalier meinte er müsse beweisen, dass er da härter im Nehmen ist und schob sich frisch gerieben Kren ohne Brot in den Mund. Und musste dann ein wenig "weinen". Song-Contest-Siegerin Conchita Wurst durfte natürlich auch nicht fehlen. Sie präsentierte in Graz ihren neuen Song "Heroes". Anschließend nahm auch sie auf der Couch Platz. Dr. Eckart von Hirschhausen war der Wettpate bei der Kinderwette. Zum zweiten Mal in der "Wetten, dass..?"-Geschichte saß Model Toni Garrn auf der Couch. Bevor sie kam, gab es noch ein wenig Wirbel. Die Boyband One Direction konnte sich anscheinend nicht einigen, ob sie jetzt gleich auf die Bühne will oder nicht. Laut Plan hätten sie vor Garrn aufspielen sollen, doch sie kamen erst, nachdem man das Model vorgezogen und kurz begrüßt hatte. Die jungen Briten - laut Lanz die momentan erfolgreichste Band weltweit - sangen ihr "Steal my Girl". Schmachteten, tänzelten und hatten sichtbar wenig Lust auf den Auftritt. Ein Teil des Publikums war aber nur wegen ihnen in der Halle. Nachdem das Kreischkonzert sein Ende fand, verließen die heiseren Kehlen laut unserem Mann vor Ort in Scharen die Show. Anscheinend hatten sie keine Lust mehr auf "Wetten, dass..?" oder Herbert Grönemeyer. Oder Iris Berben, die als letzter Star auf die Bühne kam. Die Wetten
Gurken-Schneider: Milan Zivojinovic bewies, dass man kein Messer braucht um Gurken zu schneiden - es geht auch mit Spielkarten.
Wette gewonnen, Platz fünf. Bierkisten-Salto: Dabei wetteten Alexander Vogt und seine Helfer, dass sie einen Turm aus Bierkisten bauen können, während Vogt darauf Saltos schlägt.
Wette verloren, Platz vier. QR-Codes: Alisa Kellners lernte 500 QR-Codes und wusste, zu welcher Website sie verlinken.
Wette gewonnen, Platz drei.
  Bagger: Bernhard Schebesta bewies Fingerspitzengefühl am Baggerjoystick und zog Tischtücher von den Tischen, während das Gedeck darauf liegen blieb. Leider fehlten zehn Sekunden.
Wette verloren, Platz zwei. Unterwasser-Memory: Über ein gutes Gedächtnis und gute Lungenfunktion verfügte Christian Schäfer, der tauchend Memory spielte.
Wette gewonnen, Platz eins. So sieht ein Wettkönig aus: Christian Schäfer und seine Verlobte Annalena. Es gab natürlich auch wieder eine Saalwette. Dafür versammelten sich 1000 Grazer am Hauptplatz und ließen Andreas Gabalier auf ihren Händen von einer Bühne zur anderen "surfen". Crowdsurfing nennt sich das Neudeutsch. Ab und zu hatte man das Gefühl, Gabalier fliegt gleich runter. Tat er aber nicht. Wette gewonnen, Lanz lässt sich eine Rotzbremse wachsen.

Die erste Wette – Bierkistensaltorückwärtsmachen - beginnt, auf der Wettcouch trocknet sich Gabalier den Schweiß, auf der anderen Bühnenseite wird umgebaut. Hemsworth und Lawrence verlieren die Wette und müssen Torten verzieren und schauen so drein, als würden sie jetzt lieber über Geschlechtskrankheiten reden.

Ein Assistent reicht dem schwitzenden Gabalier einen Fächer. (Das wird mein zweiter Bildungsweg: Ich mache meinen Gabalierfächerreicherassistenten bei Humboldt.) Währenddessen muss Liam Hemsworth dem Publikum Torte servieren.

Tja, hätte er halt was Anständiges gelernt.

Der derzeit ziemlich unvermeidliche Medizin-Kabarettist Eckart von Hirschhausen kommt, redet sehr viel, niemand lacht. Lanz sagt: „This is very funny in German!“ Was Hirschhausen sagt, ist tatsächlich lustig, aber er sagt es so, als würde er dabei an Geschlechtskrankheiten denken.

TV-SHOW "WETTEN, DASS..?" IN GRAZ Foto: APA/ERWIN SCHERIAU Während des folgenden Zuspielers wird auf der Wettcouch viel getuschelt und gelacht. Offenbar können die sogar witzig sein, wenn die Kamera nicht dabei ist. Vielleicht sollten sie die Show bei Lanz zuhause unter sich machen?

Ein Kind kommt herein, ist witzig, intelligent, charmant und der am wenigsten nervöse Mensch in der ganzen Halle, gewinnt im Vorbeigehen seine Wette (irgendwas mit einem Tretroller und Flaschen) und erobert jedes Herz. Gebt dem Kind die Show! Während der gesamten Kinderwette wird auf der anderen Seite mit Wind- und Nebelmaschinen vorbeugend jene Novemberstimmung herbeigezwungen, auf der Conchita Wursts neues Lied Richtung Kunstgewerbebedeutung gleiten soll. Aber ach: Egal, wie fleißig die Nebelmaschine auch nebelt – dass dieses Lied leider unfassbar fad ist, kann auch sie nicht verbergen.

Danach sind die Damen und Herren so paralysiert, dass ihr Einpeitscher größte Schwierigkeiten hat, ihnen mit herrischer Gestik ein spontanes „Happy Birthday“ zu Wursts Geburtstag abzuringen.

Lawrence und Hemsworth verabschieden sich. Dr. Hirschhausen gibt der erkälteten Lawrence noch einen guten Tipp mit: „The art of healing – to do aus much nothing as possible.“ Was eine ganz gute Zusammenfassung der ganzen Show war.
Ein schönes, absurdes Bild: Hemsworth winkt beim Abgang in eine Ecke der Halle, wo gar niemand sitzt, weil dort keine Tribünen sind – schaut aber im Fernsehen sicher gut aus.

TV-SHOW "WETTEN, DASS..?" IN GRAZ Foto: APA/ERWIN SCHERIAU Markus Lanz kündigt Hugh Grant unter anderem so an: „Ein Mann mit dem schönsten Dackelblick Europas und der ganzen Welt … ein Experte für schöne Frauen“. Grant kommt trotzdem auf die Bühne. Lanz versucht mit ihm sein Lieblingsspiel – demütige den Hollywoodstar, der sich sicher für was Besseres hält, indem du ihn dazu zwingst, komplizierte deutsche Sätze, die das Wort „Kännchen“ beinhalten, nachzusprechen – Grant weigert sich und bleibt dabei unter Aufbietung aller Kräfte höflich. Lanz rüttelt, unterstützt von Gabalier, weiter am Watschenbaum, indem er Grant vor einem Millionenpublikum auf seine unübersichtliche Familienplanung hinweist. Grant muss außerdem Spielkarten auf Gurken werfen und damit die nächste Wette testen (das wäre bei Lawrence und den Bierkistensalti nicht gegangen).

Der Kartenwerfer gewinnt seine Wette, wird also zum Gurkenkönig, und macht seiner Freundin tatsächlich einen Heiratsantrag. Der neben der Bühne lauernde Einpeitscher und Vor-Klatscher ist für einige Sekunden fassungslos: Spontaneität in dieser Sendung – ist das überhaupt erlaubt?

Hugh Grant muss wegen der verlorenen Wette frisch gerissenen Kren essen. Gabalier mischt sich ein, drängt sich vor und reibt sehr kompetent den Kren. Jetzt wissen wir, wofür er gut ist.

Wetten, dass  - aus Graz Foto: der Plankenauer/Mag.Plankenauer Das Fotomodell Toni Garrn kommt, ist ca 2 Meter 50 groß und wiegt geschätzte 38 Kilo. Sie will etwas sagen, aber:
Jetzt bricht auf der Bühne das totale Chaos aus: Lanz moderiert die Bubenband One Direction an, unterbricht sich, moderiert sie wieder ab, erklärt, einer der fünf Buben sei hinter der Bühne krank geworden, moderiert sie doch wieder an, und sagt schließlich: „Könnt ihr euch jetzt entscheiden?“

Dann kommen sie, singen ein Liedlein, und in der Halle wird hemmungslos gekreischt (es klingt ein bisschen wie eine misslingende Baggerwette). One Direction sind übrigens, übereinander gestapelt, genauso groß wie Toni Garrn. Allerdings will sie niemand stapeln, nicht einmal als Wette.

Danach steht die Show knapp vor dem Abbruch, weil die One-Direction-Fans zehn Minuten lang weiterkreischen (neben den Kulissen kann man Richtung Backstagebereich spähen und, wenn man sich sehr bemüht, Gestalten sehen, die ein One Direction seien könnten). Danach stehen zig One-Direction-Fans mitten in der Show auf und gehen. All das sorgt für einen Höllenlärm. Lanz zeigt sich heftig genervt, was so gar nicht zu seinem Image passen will und ziemlich lustig aussieht.

TV-SHOW "WETTEN, DASS..?" IN GRAZ Foto: APA/ERWIN SCHERIAU Herbert Grönemeyer hat auch Verspätung, aber niemand kreischt deswegen. Die Wette mit der Computercode-Erkennerin versinkt in der allgemeinen Müdigkeit (vor Ort wirkt „Wetten, dass…?“ noch länger als im Fernsehen). Immer mehr Zuschauer gähnen, dösen oder gehen heim. Das Ganze kriegt immer mehr die Atmosphäre einer komatösen Kostümparty in einer Land-Disco um vier Uhr früh.

Lanz kündigt Iris Berben an, erklärt klassensprecherschlau, dass man Berben nicht in Schubladen stecken dürfe, und steckt sie im selben Atemzug in die Schublade „charismatisch und erotisch“. Auch Iris Berben ist krank, hustet heftig und wird von Dr. Hirschhausen beraten. Lauter Kranke und ein Arzt – das ist keine Show, das ist eine Klinik.

Ein steirischer Wettkandidat kommt und zieht mit einem Bagger Tischtücher unter Geschirr weg. Oh, eine Baggerwette – endlich einmal etwas ganz Neues! Die Wette dauert zehn Sekunden zu lang und scheitert deshalb. Iris Berben sagt: „Was sind zehn Sekunden in einem Leben?“

Noch rasch zur Stadtwette. Gabalier wird vom Publikum über den Grazer Hauptplatz getragen, was ihn nicht daran hindert, dabei zu singen. Vorher bekommt er vom ZDF zur Sicherheit einen Hodenschutz überreicht. Er will „den Eierbecher“ aber nicht haben. Mirjam Weichselbraun sagt: „Den brauchst du doch nicht.“ Eine interessante Aussage.

Dann ist die Show aus. Sie hat 1080 Mal zehn Sekunden gedauert. Man denkt sich: Natürlich, das waren jetzt harte Stunden. Aber es hätte doch auch viel schlimmer kommen können.

In diesem Moment kündigt Lanz an, sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen.

Quoten

Letztes Aufbäumen in Österreich

Das Österreich-Finale von "Wetten, dass ..?" in Graz hat zumindest im ORF noch einmal für ein Quoten-Aufbäumen der Ende des Jahres auslaufenden Sendung gesorgt. Im Schnitt verfolgten auf ORF eins am Samstag Abend 826.000 Zuschauer die Show mit Markus Lanz. Das ergab einen Marktanteil von 32 Prozent, hieß es in einer ORF-Aussendung.

Bei der Ausgabe davor waren es Anfang Oktober nur 382.000 Zuschauer und ein Marktanteil von 16 Prozent. In Deutschland blieben die Quoten für die beim ZDF laufende Sendung dagegen am Tiefpunkt: 5,49 Mio. Zuseher bedeuteten den zweittiefsten Wert nach der Ausgabe im Oktober (5,48 Mio). Beim Marktanteil lag das ZDF in Deutschland nur mehr bei 18,8 Prozent - immerhin aber noch auf Platz eins vor dem RTL-"Supertalent" (15,6 Prozent).

Die letzte Ausgabe von "Wetten, dass...?" geht am 13. Dezember in Nürnberg über die Bühne. Dann wird die Traditionsshow nach fast 34 Jahren und 215 Ausgaben wegen mangelnder Publikumsresonanz eingestellt.

(KURIER) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?