Letztes Update am 25.06.2012, 13:08
Air India-Piloten im Hungerstreik.
Seit Mai streiken 400 Air India-Piloten wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Nun sind 11 davon in den Hungerstreik getreten.
Elf Piloten der angeschlagenen indischen Fluglinie Air India haben einen unbefristeten Hungerstreik begonnen.
Wie indische Medien berichteten, protestieren die Piloten damit gegen Trainingsrichtlinien, Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen sowie für die Wiedereinstellung von gekündigten Kollegen.
Etwa 400 Piloten streiken seit 7. Mai, knapp 100 von ihnen wurden bereits gekündigt.
Der indische Luftfahrtminister Ajit Singh drohte weitere 280 Kündigungen an, sollten die Streiks fortgesetzt werden.
Mitte April hat die indische Regierung der verlustreichen Fluglinie mit einem Hilfspaket in Höhe von 4,38 Mrd. Euro unter die Arme gegriffen.
Als Bedingung für die Hilfszahlungen über die Dauer von acht Jahren forderte die Regierung einen massiven Sparkurs.
"Sonst kann und wird die Regierung nicht damit fortfahren, öffentliche Gelder zum Unterhalt von Air India zu verwenden", so Ajit Singh.
Air India hat seit dem Zusammenschluss mit der zweiten staatlichen Fluglinie Indian Airlines im Jahr 2007 nach eigenen Angaben rund 3 Milliarden Euro Verluste angehäuft.
Als Grund gelten hohe Kerosinpreise, die große Anzahl an Angestellten und Schwächen im Management.
Die Streiks alleine haben die Fluglinie bereits etwa 74 Millionen Euro gekostet.
Der Flugverkehr in Indien hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, der Wachstumsmarkt ist umkämpft. Die meisten Fluggesellschaften aber sind defizitär.
(apa, dpa/js)
Erstellt am 25.06.2012, 13:03